Anika Meier

Instagram und die Neue Übersichtlichkeit

Was ist bloß aus der Fotografie geworden?

06/01/2017 - 13:13

Auf Instagram ist alles auf die maximale Subjektivität hin ausgerichtet: mein Essen, meine Füße, mein Kaffee, meine Wohnung. Was bedeutet das für die Entwicklung der Fotografie?

Was ist bloß aus der Fotografie geworden? Das könnte man sich fragen, wenn man durch die Ausstellung "Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse" im Frankfurter Städel Museum läuft. Dort hängen auf zwei Stockwerke verteilt die Arbeiten der Struffkys, von Candida Höfer, Jörg Sasse, Axel Hütte, Tata Ronkholz und Petra Wunderlich, der ersten Studentengeneration der so genannten Becher-Klasse also. Ihre Lehrer Bernd und Hilla Becher fehlen natürlich nicht (ausführliche Review der Ausstellung in der Juni-Ausgabe von Monopol).

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Anika Meier

Handy-Fotografie

Instagram sollte ein bisschen mehr wie bei Wolfgang Tillmans sein

05/31/2017 - 12:06

Die Fotoplattform Instagram hat einen zweifelhaften Ruf. Wie man sie vorbildlich nutzt, zeigt der Künstler Wolfgang Tillmans

Was bei Fotografen ziemlich gut funktioniert: wenn sie etwas gegen Selfies oder Instagram sagen. Am besten ist natürlich, Selfies und Instagram in einem Satz zu bashen. Peter Lindbergh sagte kürzlich vor der Eröffnung einer Ausstellung: "Ich finde, Selfies sind eigentlich so ziemlich das Blödeste, was es überhaupt gibt." Daraus wurde eine Meldung der Deutschen Presse Agentur, in der außerdem stand, dass er es noch blöder findet, wie Frauen in Magazinen aussehen. Photoshop macht alle gleich glatt. Und Instagram alle gleich langweilig und berechenbar. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, machen mit oder machen uns über diejenigen lustig, die mitmachen. Im Zweifel predigen wir Entschleunigung und Digital Detox – ein Tag ohne Smartphone ist die persönliche Herausforderung im 21. Jahrhundert.

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Anika Meier

Digitale Kunstvermittlung

Was geht denn, Museen?

05/02/2017 - 15:38

Es ist 2017 - und die Museen sind immer noch weitgehend ratlos, was digitale Vermittlung angeht. Ein Kommentar

Was geht denn, Museen? Wir müssen reden. Nein, so dramatisch soll es dieses Mal nicht werden. Über das #bleistiftgate, wie ich die leicht hitzige Debatte um den Vortrag von Ralf Lankau auf der Hamburger Konferenz "Hallo, Vermittlung!?" jetzt einfach mal nenne, wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Aus einer großen Bühne muss nicht unbedingt eine noch größere Bühne werden.

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Anika Meier

Florafotos auf Instagram

Woher kommt die neue Liebe zu den Pflanzen?

05/02/2017 - 14:21

Auf Instagram ist es nicht mehr zu übersehen: Zimmerpflanzen sind hip, ganz vorn im Trend liegt die Monstera deliciosa. "Pflanzen sind etwas für sensible Nerds", sagt der Künstler Frederik Busch, der die Menschen mit seiner Serie "German Business Plants" für das Schicksal vernachlässigter Büropflanzen sensibilisieren möchte. Monopol-Bloggerin Anika Meier sucht noch nach ihrem grünen Daumen

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Anika Meier

Hundefotos auf Instagram

Waui Zaui!

04/04/2017 - 11:38

Was tun, um dem Like-Wahn auf Instagram zu entkommen? Monopol-Bloggerin Anika Meier sagt: Hundefotos angucken

YouTuber haben aktuell ernsthafte Probleme mit dem Thema Schleichwerbung, Instagrammer haben ganz andere Sorgen. Viele von ihnen wollen wachsen, wachsen, wachsen, damit sie auch ganz viel Werbung machen dürfen. Irgendwie hat es sich immer noch nicht herumgesprochen, dass es nicht sonderlich cool ist, ein so genannter Micro-Influencer zu sein. Was bei Kim Kardashian glamourös aussehen mag, ist nicht so sexy, wenn man 10.000 Follower oder ein paar mehr hat. Woran erkennt man einen Instagram Addict? An der Daniel-Wellington-Uhr, an albern bunten Socken und an einem viel zu großen kastenförmigen Rucksack. Das sind die Produkte, die meist – auch noch kostenlos – auf Instagram beworben werden. Und weil es vielleicht doch ziemlich super sein könnte, wenn man drei verrückt bunte Schlüpfer geschenkt bekommt und man als Gegenleistung dafür nur ein Foto davon posten muss, wird oft einiges unternommen, damit der eigene Instagram-Account wächst.

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Anika Meier

Zensur auf Instagram

Was heißt hier "unangemessene Bilder"?

04/04/2017 - 11:08

Behaarte Frauenbeine, Blut im Höschen, nackte Haut: Instagram löscht, was gegen die so genannten Community Guidelines verstößt. Die Künstlerinnen Molly Soda und Arvida Byström haben von Instagram zensierte Bilder gesammelt - und in einem Buch veröffentlicht

Der Feminismus hat es nicht leicht. Seit er sich wunderbar als Marketing-Strategie eignet, weiß niemand mehr so genau, was er eigentlich noch transportiert außer Gemüse im Jutebeutel vom Supermarkt nach Hause. Wollten Feministinnen einst nicht Feministin genannt werden, weil sie Haare an den Beinen und unter den Achseln nicht mögen, weil sie Blow Jobs und Männer generell ganz gut finden und außerdem gern High Heels tragen, zieht man sich heute einfach einen Oma-Schlüpfer oder ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Feminist" an oder trägt einen Jutebeutel mit der Aufschrift "This is What a Feminist Looks Like" bei sich, um dazuzugehören. Wozu? Das weiß man oft nicht. Aber gut sieht es jedenfalls aus, zumindest auf Facebook, Tumblr und Instagram.

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Anika Meier

Künstler als Influencer

Der Erfolg ist nur ein paar Follower entfernt

03/01/2017 - 10:09

Andy Kassier ist ein erfolgreicher Mann, das lässt der Konzeptkünstler zumindest seine Follower in den sozialen Medien glauben. Was wird aus der Kunst, wenn der Erfolg nicht nur ein Lächeln, sondern ein paar Follower entfernt ist

Andy Kassier ist superreich. Er sieht blendend aus. Er ist gut gekleidet, seine Frisur sitzt, ohne sein Lächeln geht er nicht aus dem Haus und er ist immer dort, wo die Sonne scheint. Andy Kassier hat, was es braucht, um die Kunst des guten Lebens in den sozialen Medien zu zelebrieren: ein Smartphone und ein Netzwerk, damit er immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Um sich schnell auf die Motorhaube eines BMW i8 werfen zu können oder um in einem Anzug von Herr von Eden ins Mittelmeer einzutauchen. "Ich hasse es, Geld auszugeben. Nichts gehört mir, aber alles könnte mir gehören", sagt er.

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Anika Meier

Ausstellung und Vortrag in Frankfurt

Magrittes Denken und der Daumen auf Instagram

02/22/2017 - 12:28

Über René Magrittes plakative Bildsprache und die Influencer von heute.

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Anika Meier

Symposium in Nürnberg

Wann ist ein Selfie ein Selfie?

01/30/2017 - 17:31

Das Reden über Selfies nimmt kein Ende. Doch angesichts der Fülle des Materials in den sozialen Medien herrscht weitgehend Ratlosigkeit bei den Wissenschaftlern, wie ein Symposium in Nürnberg zeigt

Eigentlich möchte man über Selfies gar nicht mehr reden. Alle Witze über Touristen mit Narzisstenstangen, wie Selfie-Sticks boshaft genannt werden, sind gemacht. Alle Ausstellungen über Selfies, die in den letzten Monaten bisweilen genervt besprochen wurden, sind abgehängt. Und alle entlarvenden Selfie-Studien, die einen Zusammenhang zwischen Narzissmus, Psychopathie und Selfies zeigen, sind publiziert. Da selbst Justin Bieber unlängst verkündet hat, Instagram sei die Hölle, und Kim Kardashian nach ihrer Sendepause etwas besonnener daherkommt, sind bis auf Weiteres keine Nackt- oder Po-Selfies zu erwarten, die für neuen Gesprächsstoff sorgen könnten. Sofern auch Ai Weiwei sich ruhig verhält.

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Anika Meier

Neujahrsvorsatz

Nicht jeder ist ein Fotograf

01/09/2017 - 17:16

Fotografieren ist inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit geworden wie essen und atmen. Und trotzdem ist nicht jeder ein Fotograf, der Fotos macht. Ein Lob der Bescheidenheit

Können wir uns im neuen Jahr noch kurz auf eine Sache verständigen? Darauf, dass nicht jeder ein Fotograf ist, der die Kamera seines Smartphones bedienen kann und ab und an Fotos auf Instagram teilt oder in einen Tumblr stellt. Viele Follower machen noch nicht den Fotografen. Es ist ja auch nicht jeder ein Kurator, der einen Tumblr oder Pinterest mit Bildmaterial befüllen kann. Und Autor ist nicht, wer seiner Mutter WhatsApp-Nachrichten schreibt oder sich auf Facebook über Donald Trump auslässt.

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Anika Meier

Fotojournalismus 2.0

Wenn sich unser Bild vom Terrorismus verändert

01/01/2017 - 15:28

Jerry Saltz hat die Bilder des AP-Fotografen Burhan Ozbilici vom Mordanschlag auf den russischen Türkei-Botschafter Andrej Karlow analysiert und wurde dafür heftig kritisiert. Und trotzdem muss über diese Bilder geschrieben werden.

Niemals, wirklich niemals die Kommentare lesen! Das ist wohl einer der klugen Ratschläge, den Menschen selten befolgen, die schreiben oder über die geschrieben wird. Da hilft nicht einmal die Erkenntnis, dass oft nur die Überschrift gelesen und dann sofort begeistert und beipflichtend geteilt oder wutentbrannt und besserwisserisch kommentiert wird. Überschriften zielen auf maximale Reichweite ab, Texte sollen schließlich schnell in den sozialen Medien geteilt und im besten Fall gelesen werden.

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