Anika Meier

Stephen Shore über Instagram

Ein Filter macht noch kein gutes Foto

05/11/2015 - 15:13

Wie man hört, interessieren sich Fotografen weder für Instagram noch für Handyfotografie. Der Filmemacher Wim Wenders nennt es nicht einmal Fotografie, was er in Mengen an Bildern mit seinem Smartphone produziert. Und Juergen Teller hat zwar inzwischen die "shitty Digitalästhetik" ausprobiert, stört sich aber daran, dass von Allen ständig "jeder Scheiß" fotografiert wird. Was bleibt da noch für Fotografen zu tun?

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Die Monopol-Redaktion

Performance-Jahrmarkt vor der Venedig-Biennale

Fest der Martern

05/10/2015 - 21:56

"Blues Blood Bruises" steht über dem Eingang zum zentralen Pavillon der Venedig-Biennale, aber das eigentliche Fest der Matern wird nur ein paar Meter weiter, außerhalb der Giardini gefeiert: Auf der schönen Viale Giuseppe Garibaldi und am Wasser neben den Luxusyachten liefern sich in der Eröffnungswoche der Kunstschau hartgesottene Performance-Künstler einen regelrechten Wettstreit in Drastik, Ausdruckskraft und Authentizität. Die wenigsten von ihnen leiden im offiziellen Programm der Biennale, sondern legen ohne Auftrag und Honorar ihr Können und Wollen den angereisten Kunstexperten vor die müden Füße.

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Die Monopol-Redaktion

Venedig-Biennale 2015

The last Man on Earth

05/08/2015 - 11:10

Dies sei die Biennale der Postapokalypse, erklärt die geschätzte Kritikerkollegin von Sleek gut gelaunt bei einem abendlichen Empfang: Überall gehe es um Schrecken und Tod. Und der Mensch käme eigentlich nicht mehr vor.

Die Diagnose ist nachvollziehbar: Okwui Enwezors hat die Fassade seines zentralen Pavillon in den Giardini mit schwarz gefärbten Fahnen von Oscar Murillo verhängt, Glenn Ligon löscht an der Fassade die gewohnte Inschrift mit den Neonworten "Blues Blood Bruises" aus, bei den Schweizern löst Pamela Rosenkranz das Humane in einem rosa blubbernden Meer auf, bei den Österreichern räumt Heimo Zobernig gleich alles aus und klotzt einen schwarzen Balken an die Decke – der Mensch hat keinen guten Stand hier.

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Gallery Weekend Special: The big Kahuna and the usual Champagne experience

05/05/2015 - 08:34

Polke Dance: In New York (Part 2)

04/30/2015 - 15:05

On my second day in New York the snow was so heavy that I feared I would be forced to spend a terrifying night at the museum with “Surround Audience,” the New Museum’s just-opened triennial. Forget Ben Stiller and dinosaurs, I would be trapped with a bunch of insouciant kids under the influence of way too much screen time.

I found myself at the New Museum because my collector pals hated the Armory Show so much that they were ready to trash their VIP passes. I offered to take these off their hands, remembering that the passes get you into New York’s museums for free.

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Sun & Stripes

04/29/2015 - 10:39

Moby-Dick von Michael Beutler im Hamburger Bahnhof

04/29/2015 - 10:37

Für Michael Beutler ist die riesige, weiße Halle des Hamburger Bahnhofs ein großer, gefährlicher Walfisch. Ein Monster, das alle ins Verderben reißen kann, die sich ihm nähern. Und damit es ihm nicht ergeht wie Captain Ahab hat er jede Menge Material angehäuft, um sich gegen den Weißen Wal zu verteidigen.

www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/art_aber_fair/michael-beutler--moby-dick.html

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Web-Serie

Translantics - Episode 1/6: "Pores of Perception"

04/28/2015 - 11:37

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New Museum Triennale in New York

Knechte des Digitalen

04/27/2015 - 12:13

Es gibt Innovationen, die sofort verstanden und beherrscht werden. Die ersten Maler, die sich der Ölfarbe zuwandten – Jan van Eyck und Rogier van der Weyden zum Beispiel – gehören noch immer zu den besten ihrer Zunft. Schon auf den frühen Aufnahmen mit elektrischen Gitarren erkennt man Les Paul, T-Bone Walker und Sister Rosetta Tharpe (und bald auch Jimi Hendrix) als Meister des Instruments, und viele Leute halten "Don Quichote" noch immer für einen Höhepunkt der Romankunst.

Beim Internet liegt der Fall anders. Auch nach 25 Jahren gibt es noch keinen van Eyck, van der Weyden, Hendrix oder Cervantes. Das liegt auch an der Flüchtigkeit des Netzes; Kommerz und Novelty bringen jedes Idol ins Wanken (auch die neuen); und jeder Link ist stets schon vom Verfall gezeichnet und wahrscheinlich bald unbrauchbar.

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Anika Meier

Instagram-Fotografie

Viel Weiß, viel Vase, viel Bett

04/07/2015 - 15:48

Instagram ist das virtuelle Poesiealbum einer Generation, die es am liebsten gemütlich hat und Überraschungen nicht schätzt – und doch verändert das soziale Netzwerk die Fotografie

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Die Monopol-Redaktion

IKEA promotet seine "Art Event Street Art collection 2015"

Museumsbesucher interpretieren IKEA-Prints

03/30/2015 - 13:10

In diesem YouTube-Video sprechen Museumsbesucher begeistert über ein IKEA-Bild, das sie für das Werk eines angesehenen Künstlers halten. Millionen Menschen haben sich diesen Streich angeschaut. Warum nur?

In den Niederlanden promotet der Möbelhersteller IKEA seine "Art Event Street Art collection 2015" mit einem Video, in dem ein Prankster ein Bild aus dem Sortiment den Besuchern des Museum Arnhems zeigt. Die loben es und halten es für teurer, als es ist. Dann wird ihnen enthüllt, dass es sich um erschwinglichen IKEA-Ramsch handelt, und alle sind entweder beschämt oder lachen drüber:

Dieses Video wurde auf Youtube in nicht einmal zwei Wochen 2,4 Millionen Mal angeschaut. Warum nur?

Wahrscheinlich weil es einer sehr verbreiteten Annahme folgt, nach der die Kunstwelt denkfaul ist, allein kanonischen Künstlern Aufmerksamkeit schenkt, nur noch sinnfreien Jargon produziert und absurden symbolischen Wert erzeugt, der nichts mehr mit "gesunden Menschenverstand" zu tun hat.  

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