Warhol-Denkmal

Die Freiheitsstatue

Andy Warhol war ein tiefreligiöser Mensch. Jeden Sonntag soll er mit seiner Mutter zur Messe gegangen sein, und er glaubte nicht nur an ein Leben nach dem Tod, er wusste sogar, wie es aussah: „Sterben ist, wie zu Bloomingdales zu gehen“, sagte der Pop-Künstler einmal – der Shoppingtempel war für ihn gleichbedeutend mit dem Himmel.

Eine Bloomingdales-Tasche trägt auch die Warhol-Statue, die Ende März auf dem New Yorker Union Square enthüllt wurde, 24 Jahre nach Warhols Tod. Der Künstler Rob Pruitt hat die verchromte Glasfaserskulptur im Auftrag des Public Art Fund gefertigt. Dessen Präsidentin Susan Freedman sagte bei der Eröffnung, dass Ähnlichkeiten mit der Freiheitsstatue durchaus beabsichtigt seien, denn: „Warhol war für viele Menschen der Grund, nach New York zu gehen – für eine andere Generation von Suchenden und Leuten, die sich als Außenseiter empfanden.“

Auch Rob Pruitt war einer von ihnen. Als Teenager in Washington D. C. benannte er seine vier Katzen – Andy, Halston, Calvin and Liza – nach Warhol und seinen Freunden. Sein „Andy Monument“ hat er so gestaltet, wie er sich den Künstler 1977 vorstellte, mit einer Levi’s 501, einem Brooks-Brothers-Blazer, einer Polaroid-Kamera und der Tasche von Bloomingdales. Silber verchromt ist die dreieinhalb Meter hohe Statue – silberfarben war auch Warhols erste Factory im Decker-Haus dekoriert, vor dem das Monument jetzt steht. Die Gegenwart spiegelt sich noch immer ganz gut darin.

New York, bis 2. Oktober
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