Nach 20 Jahren im Amt

Direktorin des Filmmuseums geht in den vorzeitigen Ruhestand

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Schon wieder ein Wechsel in der Frankfurter Kulturlandschaft: Nach Hollein, Reese und Gaensheimer geht jetzt auch die Direktorin von Filmmuseum und Filminstitut - in den vorzeitigen Ruhestand. Einen Nachfolger gibt es noch nicht

Die Direktorin des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt, Claudia Dillmann (62), geht nach 20 Jahren Ende September vorzeitig in den Ruhestand. "Sie will sich in Zukunft wieder dem Schreiben widmen und kann sich auch vorstellen, ihre Kenntnisse und Erfahrungen in die Kulturberatung einzubringen", teilte das Filmmuseum am Montag mit.

Der renommierte ehemalige Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann (SPD) hatte Dillmann an das Deutsche Filminstitut geholt. Sie war auch Direktorin des Instituts, zu dem das Museum gehört. In der Frankfurter Kulturlandschaft haben zuletzt mehrere Personalwechsel für Aufsehen gesorgt. Über Dillmanns Nachfolger soll eine internationale Ausschreibung entscheiden.

"Das Haus ist gut aufgestellt", begründete Dillmann ihre Entscheidung. Die Ausstellungen seien bis Sommer 2019 geplant, so dass es genug Freiraum gebe, neue Ideen zu entwickeln. "Die finanzielle Grundlage für die Arbeit des Deutschen Filminstituts samt des Filmmuseums und der Projekte hat sich in den vergangenen Monaten sehr verbessert." Zudem hätten zukunftsweisende Partnerschaften geschlossen werden könne, etwa mit der Frankfurter Goethe-Universität oder dem Bundesarchiv.

Zu Dillmanns Erfolgen gehörten auch die Gründung des goEast-Festivals für den mittel- und osteuropäischen Film in Wiesbaden sowie der Aufbau der Online-Plattform filmportal.de. Dillmann war von 2004 bis 2012 Präsidentin der Vereinigung der europäischen Filmarchive und Kinematheken. In ihre Zeit fallen auch Fortschritte bei der Digitalisierung des deutschen Filmerbes sowie der Bau des neuen Filmmuseums (2007 bis 2011). Seitdem ist die durchschnittliche Besucherzahl von 125 000 auf fast 200 000 pro Jahr gestiegen.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) bedauerte das Ausscheiden Dillmanns und lobte ihre Arbeit. Sie "hinterlässt ein hervorragend aufgestelltes Haus mit einem klaren Profil, einem exzellenten Team und den besten Perspektiven für die Weiterentwicklung unter einer neuen Leitung." Hartwig lobte unter anderem die zukunftsweisenden Projekte auf dem Feld der kulturellen Bildung

In der Frankfurter Kulturszene hat es zuletzt mehrere bedeutende Personalwechsel gegeben. Die Direktorin des Museums für Moderne Kunst (MMK) Susanne Gaensheimer wechselt als künstlerische Leiterin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen nach Düsseldorf. Schauspiel-Intendant Oliver Reese wird im Sommer dieses Jahres Nachfolger von Claus Peymann als Leiter des Berliner Ensembles.

Nachfolger des angesehenen Max Hollein ist seit Oktober 2016 Kunsthistoriker Philipp Demandt. Er leitet wie sein Vorgänger das Städel und die dazu gehörende Skulpturensammlung im Liebieghaus sowie die Kunsthalle Schirn.

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