"Liebeserklärung an Museumsinsel"

Galeristenfamilie verschenkt Chipperfield-Haus

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Die Galeristenfamilie Bastian will ihr von Stararchitekt David Chipperfield gebautes Haus in Berlin nun überraschend doch selbst der Stiftung Preußischer Kulturbesitz schenken

In der vergangenen Woche hatte die Stiftung mitgeteilt, der schwäbische Unternehmer und Kunstsammler Reinhold Würth werde den Ankauf finanzieren.

Am Donnerstag erklärte die Familie Bastian, durch die Pläne sei ihre jahrelange persönliche Verbindung zu dem Haus an der Museumsinsel auf einmal verloren gegangen. "Aber eben diesen Verlust wollten wir nicht hinnehmen. Wir haben uns darum entschieden, in der Übergabe des Hauses auf jegliche Kompensation zu verzichten und das Haus der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ohne jede Auflage zu schenken."

Stiftungspräsident Hermann Parzinger reagierte überrascht. "Ein solch großzügiges Geschenk erhält man nicht alle Tage", erklärte er. "Es ist eine höchst persönliche, eine emotionale Entscheidung, wenn man so will, eine Liebeserklärung an die Museumsinsel, die uns von Herzen freut."

Die Berliner Familie Bastian hatte das spektakuläre Galeriehaus 2006/2007 nach einem Entwurf von Chipperfield bauen lassen. Es liegt schräg gegenüber dem Neuen Museum, dessen vielfach preisgekrönte Sanierung ebenfalls von Chipperfield stammt. Was aus der geplanten Schenkung des schwäbischen "Schraubenkönigs" Würth wird, blieb zunächst offen.

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