18.02.2012 - 29.04.2012
Hernan Bas - "The other side"
"Der Kunstverein Hannover präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung des amerikanischen Malers Hernan Bas (*1978 in Miami, lebt in Detroit) in Europa. In großformatigen Malereien entwickelt Hernan Bas träumerisch-fantastische Landschaften, deren vereinzelte Protagonisten eine melancholische Romantik vermitteln.
In nur wenigen Jahren entwickelte Hernan Bas ein umfassendes Werk, das neben der Malerei auch Zeichnungen, Fotografie und Film umfasst. Hernan Bas, dessen Arbeiten bereits in vielen amerikanischen Museumssammlungen vertreten sind, wurde bekannt mit farblich und technisch expressiven Dandydarstellungen sowie Abwandlungen religiöser und mythologischer Motive. Deutliche Anleihen an Bilder und Kompositionen von Goya über Hieronymos Bosch bis hin zum Surrealismus verwoben sich mit der literarischen und homoerotischen Attitüde von Oscar Wilde. Die Bild bestimmenden figürlichen Szenen rückten in neueren Arbeiten der letzten Jahre zunehmend in den Hintergrund, auch beeinflusst durch Hernan Bas’ Wechsel des Lebensmittelpunktes von Miami nach Detroit.
In neueren Arbeiten fungieren die Protagonisten vielmehr als Blickpunkt einer ungeheuer vielschichtigen Malerei, bei der sich unterschiedlichste Techniken wie Holzschnitt, Siebdruck, Airbrush, Acryl und Öl überlagern. Durch sowohl figurative wie abstrakte Fragmente und unterschiedliche Perspektiven schafft Hernan Bas dichte Bildwelten, in denen er einer romantischen Melancholie mit zeitgenössischer Malerei begegnet.
Neben Malern einer älteren Generationen wie Peter Doig, Elizabeth Peyton oder Karen Kilimnik sind die Arbeiten von Hernan Bas besonders durch Literatur beeinflusst. So vermitteln die Bilder Einflüsse von Autoren wie Arthur Rimbaud, Herman Melville oder Mark Twain. Fern jeglicher Illustration erscheinen die Arbeiten Arbeiten wie Versuche, die Atmosphäre eines gesamten Buches in einem Bild zu verdichten. In vielen seiner Arbeiten erzeugt Hernan Bas die eigentümlich befremdliche Stimmung zwischen hoffungsloser, kühler Resignation und mystisch metaphysischer Sehnsucht, die so unterschiedliche Filme wie Andrej Tarkowskis „Nostalghia“ oder „Der Eissturm“ von Ang Lee erreicht haben.
Ein sich durch alle Arbeiten durchziehender Eskapismus, ein Rückzug aus der realen Welt, der sich durch vereinzelte, träumerisch in Gedanken versunkene Personen vermittelt, erscheint bei Bas dennoch nicht pessimistisch. Selbstironische Bildtitel brechen die Melancholie und wandeln den Rückzug in eine neugierige Aufbruchs- und Abenteuerstimmung. Durch eine sehr eigenwillige Kombination aus Figuration und Farbe, Bilddarstellung und malerischer Technik vermittelt Bas ein vielschichtiges Lebensgefühl seiner Generation."
(Quelle: Kunstverein Hannover)
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