09.03.2012 - 26.05.2012
Jean-Michel Othoniel - "A bruit secret"
"Märchenhaft und scheinbar schwerelos umfangen Jean-Michel Othoniels überdimensionale Ketten und Installationen aus Murano-Glas die Äste von Bäumen, schmücken ganze Hausfassaden oder öffentliche Orte im städtischen Kontext, mit denen er seit Ende der 1990er Jahre die Aufmerksamkeit eines internationalen Publikums auf sich zieht.
Othoniel wird für die Ausstellung mehrere neue Installationen anfertigen. Die an einem zunächst nicht sichtbaren Drahtseil aufgereihten farbigen und transparenten Glaskugeln scheinen im Raum zu schweben und entfalten je nach Lichteinfall einen anderen Glanz. Als besonders reizvoll stellt sich die Beschaffenheit des Glases mit seinen absichtlich vorhandenen Einschlüssen und der ungleichmäßigen, das Licht verschiedenartig reflektierenden Oberfläche heraus, welche den Betrachter zum Berühren und Hindurchschauen verleitet und schließlich durch die verzerrte Wahrnehmung in eine andere Realität führt. Im nächsten Moment muss er jedoch auch die Massivität, Schwere und Kälte erkennen, die dem Material Glas eigen ist. Tatsächlich wiegen die Arbeiten teils mehrere Hundert Kilogramm. Die anziehende Gefälligkeit seiner Arbeiten fungiert für Othoniel als wichtiges Instrument, um den Dialog mit dem Betrachter zu eröffnen. Während die Arbeiten verschiedene Bedeutungsebenen umfassen, die sich von erotischen Assoziationen über die Suggestion von kostbarsten Materialien bis zur Verwirrung durch die überproportionalen Formate erstreckt, wird der Betrachter zunächst unversehens von einer überirdischen Märchenhaftigkeit eingehüllt und unbewusst in den Bann gezogen.
Trotz der Affinität zum Glas, welches er in seinen Arbeiten seit 1993 bevorzugt verwendet, ist Othoniel keineswegs ein Glaskünstler. Vielmehr sieht er sich selbst als „Direktor einer Oper“, in der ihm verschiedene Statisten helfen, die Vorzeichnungen, welche in seinem Gesamtwerk eine wichtige Rolle einnehmen, anhand verschiedener Materialien zu interpretieren und in die Realität umzusetzen. Bedeutung gewinnt dabei vor allem die unmittelbare Zusammenarbeit mit den Glasbläsern in Murano, die er regelmäßig aufsucht, um durch Eingreifen in den Prozess des Glasblasens die für ihn ideale Form mitzubestimmen."
(Quelle: Pressetext Galerie Karsten Greve)

Drususgasse 1-5
50667 Köln
Tel: +49 (0) 221 / 257 10 12
Fax: +49 (0) 221 / 257 10 13
Web: http://www.galerie-karsten-greve.com
Öffnungszeiten
Di - Fr 10 - 18:30 Uhr
Sa 10 -18 Uhr

