27.01.2012 - 03.03.2012
Guy Ben-Ner
"Wir zeigen den Film ‚Spies’ (2011) und als Premiere Ben-Ners neuesten Film ‚Foreign Names’ (2012).
‚Spies’ bezieht sich auf die Bibelgeschichte der ‚Zwölf Spione’, die gegen den Willen Gottes von Moses ausgesandt wurden, um das Land Israel zu finden, und zur Strafe 40 Jahre in der Wildnis umherirrten. Ironischerweise fungiert ein ikonisches Bild zu dieser Geschichte als Teil des Logos des israelischen Ministeriums für Tourismus. Strukturell einfach angelegt, zoomt der Film stufenweise von diesem Logo heraus, um nach und nach den Blick auf eine belebte Strasse freizugeben, in der sich das Ministerium befindet, während ein begleitender Dialog Zitate aus Becketts ‚Endspiel’ und ‚Warten auf Godot’ mit Fragmenten aus ‚Gullivers Reisen’ und anderen Reiseberichten verknüpft. So entsteht ein merkwürdiger Zusammenhang zwischen Touristen und Spionen, wobei die Zitatcollage gleichzeitig eine böse Vorahnung heraufbeschwört, was die Heimkehr der Reisenden betrifft.
„Foreign Names“ wurde mit einer Kleinbildkamera und ohne Genehmigung aufgenommen. Der Künstler zeichnet eine Art Gedicht oder Manifest in über 100 Filialen der israelischen Coffeeshop-Kette „Aroma“ auf. „Aroma“ hat viele seiner Mitarbeiter durch Mikrophone ersetzt, über welche die Kunden mit ihren Namen aufgerufen werden, ihre Bestelleung abzuholen. Ben-Ner nennt bei seinen Bestellungen jeweils „fremde“ Namen, die zusammen geschnitten ein Gedicht ergeben. Das Gedicht ist einerseits lesbar als Kampfansage der entlassenen Arbeiter an ihre Vorgesetzten. Andererseits schwingt im Text auch Trauer angesichts der verlorenen Arbeitsplätze der Bedienungen mit. Der gesamte Sound der Arbeit entstammt Mikrophonen der Firma und ist somit vom Künstler gestohlen."
(Quelle: Pressetext Konrad Fischer Galerie)

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