17.04.2012 - 25.11.2012
ALEXANDRA BIRCKEN
Die zumeist skulpturalen Arbeiten der in Köln lebenden Künstlerin wurden schon in zahlreichen Gruppenwie Einzelpräsentationen gezeigt (u.a. Barbican Art Gallery, London; Stedelijk Museum, Amsterdam; New Museum of Contemporary Art, New York). In den kommenden Monaten wird ihre Arbeit in Einzelausstellungen neben dem Bonner auch im Hamburger Kunstverein und im Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, sowie in der Gruppenausstellung Made in Germany 2, Hannover, zu sehen sein.
Internationale Beachtung erfuhr vor allem BIRCKENS ungewöhnliche Verwendung textiler Materialien. Schon während des Studiums am Central St. Martins College of Art and Design in London, das die Künstlerin im Bereich Mode abschloss, erlangten die Stoffe eine zunehmende Selbständigkeit und folgen seitdem eigenen Gesetzen: Wollfäden finden sich zu Landschaften, verweben Äste, Steine, Schachteln, Fundstücke und verflechten sich zu eigenwilligen Texturen. Feinsinnig reagieren ihre Installationen auf die jeweiligen Räume und bilden hybride Konstellationen innerhalb des Ausstellungskontextes. BIRCKEN verwendet kunsthandwerkliche Stoffe wie Techniken und reiht sich dezidiert in eine kunsthistorische Tradition ein, bei der die Auseinandersetzungen mit Künstlerinnen wie Eva Hesse oder Rosemarie Trockel und der gesellschaftlichen Stellung der Frau anklingen. Reflektiert und spielerisch eröffnet sich im ‚Wilden Denken’ ihrer Werke ein Zwischenraum, der Natur mit Kultur, Poesie mit Ironie, Strick mit Pop verwebt.
Die metallene Wandarbeit für das Foyer des Bonner Kunstvereins deutet BIRCKENS neuen Umgang mit einem Material eigener Tradition an. Nicht ohne subversives Augenzwinkern wird der Stahl – Werkstoff der industriellen Revolution und sprichwörtlicher Männlichkeit – im Strickmuster präsentiert. So verbindet und durchbricht Uknit Bonn eindimensionale Rollenklischees und überführt die anschmiegsame Wolle in ein eigentlich starres, doch in der Betrachtung zugleich flirrendes Gewebe, dessen glänzende Stahlfäden sich als abstraktes Ornament in den Raum weben. Dabei reflektiert das blanke Stahlblech die sich im Laufe der Monate wandelnden Lichtverhältnisse, wird auf seiner Oberfläche eine eigene Patina herausbilden und wechselvoll mit dem hellen Foyer und seinen Besuchern interagieren."
(Quelle: Pressetext)

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