07.06.2012 - 04.08.2012
Noritoshi Hirakawa - "unión de...Interactional Casa Barragán"
Mit Stolz präsentiert Ihnen die Christophe Guye Galerie die kommende Soloausstellung von Noritoshi Hirakawa (*1960). Mit 40 Schwarz-Weiss-Silbergelatineabzügen zeigt unión de… eine Auswahl von Fotografien der mit Spannung erwarteten gleichnamigen Serie. Die neuste Arbeit des japanischen Künstlers ist eine poetische Hommage an den bedeutenden mexikanischen Architekten Luis Barragán, ebenso wie auch eine intellektuelle Auseinandersetzung mit dem menschlichen Umgang mit Architektur als Gesamtheit. Orchestrierte Spiele der Macht, Verlangen oder Beziehungen sanft darlegt, gelingt es Hirakawa menschliche Körperlichkeit und Physikalität – verdeutlicht durch den Einsatz von Tänzern – zu bebildern, wie auch die emotionale Reaktion auf Raum.
Barragán – einer der prominentesten Vertreter der mexikanischen Baukunst, dessen Lebenswerk mit dem Pritzker-Preis gewürdigt wurde – gilt als Meister der „emotionalen Architektur“. Er war bekannt für seine subtile wie auch radikale Synthese mexikanischer Erinnerungen und ihre Interpretationen mit den formalen Mitteln der Moderne des 20. Jahrhundert. Seine Arbeit war persönlich und dennoch universell, wie Hirakawas feinsinnige Abhandlung unión de…, welche elegant die fliessende Formensprache hervorruft wie auch Barragáns emotionale Angehensweise.
Mit Praktiken, Erzählungen und Interaktionen welche sich vor uns entfalten wird veranschaulicht, dass nicht nur Raum uns beeinflusst, aber dass auch wir diesem Raum formen. Von dieser Idee der menschlichen Fähigkeit inspiriert und dem Verständnis der Architektur als Arena wo Verständnisse und Missverständnisse sich entfalten, wird unión de… vom Wandeln der Emotionen geleitet. Demzufolge ist der architektonische Bau nicht der Fokus von Hirakawas Bildern; im Vordergrund steht vielmehr die menschliche Interaktion mit Architektur. Der Künstler offenbart die Union von Raum und Mensch und vollendet damit den Denkansatz von Barragáns Baukunst welcher sich Funktionalismus entgegensetzt.
An die Nüchternheit und Perfektion der Abbildungen Barragáneischer Architektur gewohnt, geht damit deren ursprünglichen Funktion an uns vorbei; somit geraten die Umstände und Konzepte die jene architektonischen Werke erst möglich machten in Vergessenheit. Demnach ist Hirakawas architektonisches Fotografieprojekt als erweiterte soziologische Studie zu verstehen: er geht davon aus dass Kultur und menschliche Aktivität zwei verbindliche Bedingungen unserer Weise des Seins in der Welt sind. Und um an die ursprünglichen Überzeugungen des Architekten anzuknüpfen portraitiert Hirakawa als erster Barragáns Baukunst mit Menschen - um so vollumfänglich seine Idee widerzuspiegeln, dass Raum sensorisch wie geistig bewohnbarer Bereich ist.
Interessant ist ausserdem dass die insgesamt 72 Bilder ausschließlich in schwarz/weiss gehalten sind: in dem Farbe eliminiert wird, was normalerweise die Hauptrolle in der Widergabe von Barragáns Arbeit ist, hofft Hirakawa so die emotional angetriebene Vision ins Rampenlicht zu rücken. Entstanden ist eine faszinierende Erzählung rätselhafter Geschehnisse und Begegnungen in dem für den Künstler typischen Bildstil.
Ob sexuelle Spannung oder emotionale Zurückhaltung, unión de... kombiniert ebenso Tanz mit Fotografie, nebst der Fotografie eines der zentralen Elemente in Hirakawas Oeuvre. Mit dem Einsatz von Tänzern – deren Körperbewegungen vielleicht bewusster sich an Umgebung anpassen – inszeniert der Künstler die Verbindung zwischen Raum, Erzählung, Architektur, Stimmung und Verhaltensritualen. Das Ergebnis: fast schon von einer filmischen Qualität wird Hirakawas jüngste Serie zu einem psychologischen Fotografieballett.
(Quelle: Pressetext)
Dufourstrassse 31
8008 Zürich
Tel: +41 (0) 44 / 252 01 11
Fax: +41 (0) 44 / 252 01 09
Web: http://www.christopheguye.com
Öffnungszeiten
Mo - Fr 11 - 19 Uhr
Sa 12 - 18 Uhr

