07.07.2012 - 09.09.2012

"Räume der Erinnerung"

"Unser Verhältnis zur Vergangenheit ist vom Wissen um die unüberbrückbare Distanz zu ihr geprägt. Einzig die Erinnerung vermag Vergangenes wieder ans Licht der Gegenwart zu holen; ein Vorgang allerdings, der nicht ohne Interpretation und Selektion abläuft und damit per se konstruiert und lückenhaft ist. Da sie einen Verlust voraussetzt, erhält die Erinnerung eine nahezu melancholische Komponente: Um ins Bewusstsein zu gelangen, muss die Erfahrung, auf die sie sich bezieht, erst abgeschlossen sein. Aber Erinnerung ist nicht nur zurückgewandt, sie bietet auch zukunftsweisendes Potential: Wir nutzen Erinnerungen zur Bestätigung der Gegenwart, zum Anstoß einer Erneuerung oder zur Befragung des eigenen Standpunktes. Erinnerung dient der Selbstvergewisserung, sie ist identitätsstiftend.

Einmal in den Kanon musealer Sammlungen aufgenommen, verkörpert Kunst nicht nur einen Teil unseres kollektiven Gedächtnisses, sondern ist auch selbst maßgeblich an dessen Produktion beteiligt. Im Aufbau von kulturellen Erinnerungsräumen kommt KünstlerInnen daher eine besondere Rolle zu: Sie kommunizieren zwischen Epochen und Generationen und tragen dazu bei, dass der Fundus unseres gemeinsamen Wissens nicht verloren geht. Gleichzeitig sind ihre Werke nicht selten kritische Auseinandersetzungen mit diesem Wissen, indem sie den gegebenen Kanon der Geschichtsschreibung unterwandern oder befragen. Kunst kann also selbst als eine Technik der Erinnerungsschreibung betrachtet werden.

Die Ausstellung „Räume der Erinnerung“ versammelt Werke, die sich auf lebendige Art und Weise mit Räumen auseinandersetzen, in denen eine bestimmte Erfahrung gespeichert ist. Dabei kommen ebenso historische, philosophische und psychologische Fragen die Erinnerung betreffend zur Sprache. Die ausgestellten Arbeiten zeigen einerseits, wie Erinnerungen, die zunächst immer auf einer individuellen Erfahrung beruhen, zu allgemein verbindlichen werden können (Anri Sala), widmen sich der Zerstörung und Überschreibung von „Erinnerungsdenkmälern“ (Cyprien Gaillard), thematisieren die Vergänglichkeit und Veränderbarkeit von Erinnerung (Tatiana Trouvé), behandeln die Rekonstruktion und Neustrukturierung von Gedächtnisräumen (Dominique Gonzales-Foerster), beschäftigen sich mit historischen Traumata (Kader Attia) oder visualisieren die Schwierigkeit, in unserer digitalen Informationsgesellschaft dauerhafte, identitätsstiftende Spuren zu legen, ebenso wie einst gesetzte Spuren gänzlich zu verwischen (Mircea Cantor).

„Räume der Erinnerung“ ist eine Ausstellung mit Nominierten und Preisträgern des Prix Marcel Duchamp. Seit 2000 wird der französische Kunstpreis einmal jährlich von der ADIAF an jeweils einen in Frankreich lebenden Künstler vergeben, dessen Werk für relevant erachtet wird und internationale Anerkennung verdient."

(Quelle: Pressetext)

 
Kunsthalle Düsseldorf
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Grabbeplatz 4

40213 Düsseldorf

Tel: +49 (0) 211 / 899 62 43

Fax: +49 (0) 211 / 892 91 68

Web: http://www.kunsthalle-duesseldorf.de

Öffnungszeiten

Di - Sa 12 - 19 Uhr
Sonn- und Feiertage 11 - 18 Uhr
Kostenlose Führung jeden Sonntag 12.30 Uhr

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