29.05.2012 - 06.10.2012

Pawel Althamer

"Die Sammlung Goetz zeigt aus ihrem Bestand Werke des polnischen Künstlers Paweł Althamer. Beinahe alle seine Ausstellungen wurden in den vergangenen Jahren als prozessuale Projekte als Zusammenarbeit des Künstlers mit verschiedenen Gruppen konzipiert oder konzentrierten sich auf neue Werkgruppen. Die Ausstellung der Sammlung Goetz ermöglicht es nun erstmals, das Werk des Künstlers unter einem retrospektiven Aspekt im Zusammenhang vorzustellen.

Das Spektrum der Arbeiten beginnt mit der Videoprojektion seiner Performance Cardinal (1991), die er noch als Studierender an der Warschauer Akademie der Bildenden Künste in der Klasse für Skulptur von Grzegorz Kowalski realisierte, zu dessen Schülern auch Artur Żmijewski, der künstlerische Leiter der diesjährigen Berlin Biennale, gehörte. Mit der Installation Einstein Class (2005), die erstmals in Berlin-Treptow in der Archenhold-Sternwarte gezeigt wurde und gemeinsam mit polnischen Schülern in Warschau entstand, spannt sich der Bogen zu den kollaborativen Projekten des Künstlers. Aus dieser Zusammenarbeit entwickelte sich auch die Skulptur, die einen Obdachlosen aus Warschau darstellt, Guma (2008). Seit Mitte der 1990er- Jahre gibt der Künstler wöchentlich einen Keramikkurs für Pfleger, mental Erkrankte und Menschen, die an multipler Sklerose leiden. Von Paweł Althamer ermutigt, selbst als Künstlerkollektiv aufzutreten, hat sich die wechselnde Gruppierung den Namen Nowolipie Group gegeben, nach dem Namen der Straße, in dem das Rehabilitationszentrum liegt. Skulls (2007) ist eines der Werke dieser Gruppe.

Mit fünf Nachbarn und Freunden aus Bródno, einem Vorstadtviertel in Warschau mit großen Wohnsilos, in dem auch der Künstler aufwuchs, entstand in Anlehnung an Auguste Rodins Bürger von Calais die fünfteilige Figurengruppe Bródno People (2010), die im selben Jahr auf der Gwangju Biennale gezeigt wurde. Mit RAFAŁ (2010) ist eine der ersten Figuren aus der Zusammenarbeit mit Arbeitern der Kunststofffabrik seines Vaters in Almech ausgestellt. Es ist der Auftakt einer gemeinsamen Zusammenarbeit, die mit der Ausstellung 2012/13 in der Deutschen Guggenheim in Berlin unter dem Titel Almech fortgeführt wurde.

Das Self-portrait (2006) als Embryo und als Abram and Burus (2007), das aus der Erfahrung einer Hypnose entstammt, in der sich der Künstler als kleiner Junge mit Hund im jüdischen Ghetto erlebte, sowie die Balloon Sketches (2007) für das überlebensgroße Selbstporträt als riesiger schwebender Ballon sind Beispiele für eines der zentralen Themen Althamers – die verschiedenen Visionen und Vorstellungen vom Selbst. Zu diesen Werken gehören auch die Porträts seiner Frau, etwa in der großen Studioszene als klassischer Akt Matea (2006/2008) oder als schwangere Matejka with Son (2006).


Parallel zur Ausstellung in der Sammlung Goetz wird das Museion in Bozen die Werkgruppe Almech vom 26. Mai bis 26. August 2012 zeigen. Beide Ausstellungsorte werden von Althamer in einer Performance miteinander verknüpft – Common Task nennt sich das Langzeitprojekt des Künstlers. Freunde und Nachbarn besuchen in futuristisch anmutender Kleidung in Gold, die Althamer entworfen hat, verschiedene Länder und Orte. Ein ebenfalls vom Künstler gestalteter Reisebus wird diese ‚Reisegruppe von einem anderen Stern‘ von Warschau in die Galleria Civica di Arte Contemporanea ins italienische Trento bringen, von dort weiter nach Bozen für den Besuch des Museion und zum Abschluss nach München zur Sammlung Goetz."
(Pressetext: Sammlung Goetz)

 
Vernissage am 27.05.2012 ab 14:00 Uhr
Sammlung Goetz
Sammlung Goetz, 2011, © Herzog & de Meuron, Basel, Courtesy Sammlung Goetz, Foto: Wilfried Petzi, München

Sammlung Goetz

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Web: http://www.sammlung-goetz.de

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