09.05.2010 - 25.05.2010

Katrin Pieczonka | hiding, fading

Katrin Pieczonka "CranzII", 2009, courtesy Galerie Oel-Früh, Hamburg
Katrin Pieczonka "CranzII", 2009, courtesy Galerie Oel-Früh, Hamburg

"Als Vorlage für ihre grossformatigen Gemälde dienen Katrin Pieczonka Fotografien und Schnappschüsse von
Situationen, bei denen sie selbst dabei war. Es sind Fotografien, die sie selbst gemacht hat oder in den Fotoalben ihrer Eltern und Freunde findet. Bei der Auswahl interessiert sie das eher Nebensächliche und Beiläufige. Die Fotos dienen ihr als Erinnerungshilfe, sowohl für den Bildaufbau als auch für ihre durch das Malen weitergeführte Autobiografie.

Die Autobiografie zeichnet sich durch ihr Changieren zwischen den Polen der Wirklichkeit und der Fiktion aus, wobei sie zunehmend mit dem fiktionalen Aspekt in Zusammenhang zu bringen ist. Realität und Fiktion sind auch die Komponenten auf Basis derer man das (analoge) fotografische Bild vom gemalten unterscheiden kann. Haftet dem analogen Bild immer ein Rest an Authentizität des abgebildeten Referenten an, so ist das gemalte Bild durch seinen subjektiven Entstehungsprozess zu charakterisieren. Beim gemalten Bild obliegt es dem Betrachter, die dargestellte Situation für wahr zu nehmen. Es ist die Differenz von 'seeing-in paintings' und 'seeing-through photographs', durch die unsere visuelle Wahrnehmung bestimmt wird.

Mit ihren Gemälden gibt Katrin Pieczonka uns Einblicke in ihre Welt und ihr Leben. Sie zeigt uns Bilder ihres alltäglichen Umfeldes, nimmt uns mit auf ihre Reisen - Orte an denen sie gewesen ist. Es sind Orte und Bilder, die jeder von uns kennt. Kinderspielplätze, Tankstellen, Häfen, öffentliche Plätze, repräsentative Bauten, Landschaften, Büroräume... Der malerische Prozess bleibt hierbei immer erkennbar. Sei es durch verlaufende Farbspuren in den Bildern oder erruptiv hineingeworfene Farbflächen. Das Figurative verzahnt sich mit dem Abstrakten, die räumliche Perspektive mit Flächen, an denen der Blick abprallt. Die von Katrin Pieczonka erschaffenen Bilderwelten lassen uns über unsere Wahrnehmung nachdenken, darüber, wie wir uns ein Bild über uns und unsere Welt machen, wie wir unsere eigene Autobiografie sehen und schreiben.

Die Welt, die uns Katrin Pieczonka in ihren Bildern vorstellt, ist menschenleer. Diese Leere macht sie offen für eigene Projektionen. Es sind keine Geschichten, die durch Figuren erzählt werden könnten. Der Fokus liegt auf dem Umfeld, dem architektonischen Raum, der uns bestimmt und den wir kennen. Die Alltäglichkeit, Normalität und Allgemeinheit der Motive lässt Platz für eigene Inhalte."
(Pressetext: Peter Kruska (Auszug))

 
Galerie Oel-Früh
Galerie Oel-Frueh

Galerie Oel-Früh

Brandhofer Deich 45

20539 Hamburg

Tel: +49 (0) 40 / 780 721 39

Web: http://www.oelfrueh.org

Öffnungszeiten

Mi ab 19 Uhr

und nach Vereinbarung

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