26.03.2010 - 27.05.2010

Ready mades? Objektkunst von Marco

Marco "Ready mades?", Objektkunst, courtesy + art gallery, Hamburg
Marco "Ready mades?", Objektkunst, courtesy + art gallery, Hamburg

"Ready-mades? Als Fragestellung ist lediglich eine Brücke zum Thema der ausgestellten Objekte. Wer diesen Begriff versteht oder verstehen will, muss sich auf eine Reise begeben, die wegführt von Seh- und Denkgewohnheiten. Somit wird aus den ausgestellten Objekten etwas, dessen Sinn nur die verstehen, die sich damit befassen.

Ist das die Aufgabe einer Galerie, solche Objekte zu zeigen? Wird der Kreis der Betrachter, die es verstehen und verstehen wollen dadurch nicht kleiner, nicht sogar zu klein? Ist das der richtige Weg mit Kunst umzugehen? Daran gekoppelt ergibt sich die Fragestellung nach Sinn und Zweck der Kunst an sich. 'Was ist Kunst?'

Dass in diesem Falle die ausgestellten Objekte weiß be- oder übermalte Bildträger sind, macht die Sache nur noch uneinsichtiger; denn was ist eine Galerie, wenn sie keine Kunst, sondern nur leere Leinwände präsentiert ? Wie kann man Bilder einfach übermalen? Welchen Sinn haben Werke, die nicht gesehen werden?

Eine leere oder weiße Leinwand – an sich schon zwei verschiedene, gleichwertige Zustände – weckt neben der Fragestellung nach Sinn oder gar Unsinn, auch das Bedürfnis sie zu bemalen, zu bespielen, sie zu benutzen.

Die ausgestellten Bilder/Objekte sind alle übermalte Bilder, deren Existenz nicht beendet, sondern nur verschoben ist, in eine andere Dimension und festgehalten im hier und jetzt nur durch reliefartige Strukturen erhobener Farbaufträge oder durchscheinender Farben.

Während in den Werkserien l`amour und l`amour 2 aus den Jahren 2008 und 2009 die Veränderung der Existenz im Nachhinein entwickelt wurde. Ist die Existenz der einzelnen Objekte hier von vorne herein temporär gestaltet.

Die inhaltliche Verbindung zum Werk soll durch diese zeitliche Beschränkung verdichtet und gleichzeitig aufgehoben werden. Das bedeutet, wenn die Objekte nach dieser Zeit wieder zu Bildträgern werden und die neuen Arbeiten nichts mehr mit diesem Thema zu tun haben, dass die Rückführung der Objekte zu ihrer scheinbar ursprünglichen Aufgabe gleich dem Akt des Übermalens zu sehen ist. Es findet durch die Wiederholung eines gleichwertigen künstlerischen Aktes eine Verdichtung des ersten Themas statt. Gleichzeitig wird durch das erneute Bemalen der Bildträger, deren Existenz als Objekt wieder aufgehoben.

Der künstlerische Akt besteht aus dem Übermalen und Ausstellen von Bildträgern, die künstlerische Aussage aus der Emotion und dem daraus erwachsenem Gefühl und der wiederum daraus entstehenden Auseinandersetzung.

Künstler, Objekt, Raum und Betrachter bilden die Gesamtheit dieses Werkes.

Ist das Kunst ? Diese Frage stellt sich die +art gallery in ihrem Ausstellungskonzept und will den Betrachtern der ausgestellten Objekten eine Chance zum Dialog mit sich und der Kunst geben. Damit wäre die erste der drei obenstehenden Fragen - Ist es die Aufgabe einer Galerie, solche Objekte zu zeigen? - beantwortet. Die restlichen Antworten liegen im Auge des Betrachters."
(Pressetext: + art gallery)

 
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+ art gallery, Hamburg

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