29.05.2009 - 31.08.2009

John Heartfield: Zeitausschnitte

John Heartfield "John Heartfield mit Polizeipräsident Zörgiebel", 1929, Originalmontage, courtesy Akademie der Künste, Berlin, The Heartfield Community of Heirs, VG Bild-Kunst, Bonn 2009
John Heartfield "John Heartfield mit Polizeipräsident Zörgiebel", 1929, Originalmontage, courtesy Akademie der Künste, Berlin, The Heartfield Community of Heirs, VG Bild-Kunst, Bonn 2009

Fotomontagen 1918 – 1938
"80 originale oder gedruckte Fotomontagen, darunter Motive, die sich in das Bildgedächtnis der Nachkriegsgenerationen eingeschrieben haben, bilden in der Berlinischen Galerie den Schwerpunkt der Ausstellung zu John Heartfield.

Zwischen 1930 und 1938 gestaltete der virtuose Fotomonteur, ein erbitterter Gegner des NS-Regimes, 230 schlagkräftige, entlarvende Titelseiten der Arbeiter-Illustrierten-Zeitung (A-I-Z). Diese politischen Fotomontagen, deren Elemente Heartfield der zeitgenössischen Pressefotografie entnahm, gelten als Symbole des Scheiterns der Weimarer Republik und Vorwegnahme des Untergangs der Hitler-Diktatur.

Sie geben Einblick in Heartfields Technik und Themenspektrum und machen den Dualismus seiner politischen und künstlerischen Weltanschauung deutlich: Leidenschaftlich zog er mit den Mitteln von Karikatur und Satire gegen die Verhältnisse in Deutschland zu Felde; zugleich entwarf er ein strahlendes Bild vom Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion.

Die Ausstellung zeigt auch die von Heartfield in den 1920er-Jahren gestalteten legendären Buchumschläge für den Malik-Verlag, gegründet von dessen Bruder Wieland Herzfelde.

John Heartfield wurzelt in der Berliner Dada-Bewegung, der Rebellion gegen den Ersten Weltkrieg und die bürgerliche Kultur. Statt „vor der Staffelei schön getönte Bildchen zu pinseln“, entschied er sich für das ironische Spiel mit vorgefundenen trivialen Bildwelten. Der „Monteurdada“ tauschte Stift und Farbe gegen Schere und Leim und gelangte über das dadaistische Klebebild schon bald zur Fotomontage, angelegt auf massenmediale Verbreitung mit politischer Wirkung.

John Heartfield, eigentlich Helmut Herzfeld, 1891 in Berlin geboren, Exil in Prag und London, starb 1968 in Ostberlin."
(Pressetext: Berlinische Galerie)

 
Berlinische Galerie
Berlinische Galerie, © Nina Straßgütl

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