18.09.2009 - 22.11.2009
Clara Siewert 1862 - 1945 | Zwischen Traum und Wirklichkeit

"Die Künstlerin Clara Siewert - eine Weggefährtin und Freundin von Käthe Kollwitz - gehörte zu den wenigen originären weiblichen Künstler-persönlichkeiten in der Zeit um 1900, als der Kunstbetrieb noch aus-schließlich von Männern dominiert wurde.
In ihrer über 60-jährigen künstlerischen Tätigkeit schuf Clara Siewert eine Viel-zahl an Gemälden, Gouachen, Zeichnungen und Druckgraphiken. Daneben war sie auch als Porzellanmalerin, Stoffkünstlerin und Bildhauerin tätig. Der größte Teil ihrer Kunstwerke wurde bei dem Luftangriff auf Berlin 1944 zerstört, der auch der Künstlerin das Leben kostete.
Die Kunst Clara Siewerts wurzelt stilistisch in der Berliner Kunstszene des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Ihre Werke sind abgründig und dämonisch wie die Max Klingers, während sie das Interesse am seelischen Drama mit ihrem Zeitgenossen Edvard Munch verbindet. Aufgrund ihrer thematischen Vorliebe für Mystisches sowie für Märchen und literarische Stoffe steht sie prinzipiell der Kunst Lovis Corinths und Max Slevogts nahe. Viele ihrer Werke thematisieren allgemeinmenschliche Lebensvorgänge und -fragen. Dennoch fehlt Clara Siewert ein sozialkritischer Ansatz, wie er bei ihrer Künstlerkollegin Käthe Kollwitz zu finden ist.
Durch ihren tragischen Tod gerieten die Künstlerin und ihr Werk lange Zeit in Vergessenheit und wurden erst vor Kurzem wiederentdeckt. Die gemeinsam mit dem Forum Ostdeutsche Galerie Regensburg realisierte Ausstellung lässt sich in die vier thematischen Motivkreise Selbstbildnis, Mystisch-Religiöses (u.a. Hexen-zyklus/Faust), Kinder- und schließlich Aktdarstellungen gliedern."
(Pressetext: Käthe Kollwitz Museum)


