22.11.2009 - 14.02.2010
Slow Paintings

"Bis in das 19. Jahrhundert hinein war die Verfertigung von Gemälden ein äußerst aufwändiger Prozess. Bereits die Herstellung der Farben aus wenigen geeigneten Naturmaterialien, ihre Aufbereitung zu vermalbaren Mitteln, die Vorbereitung der Leinwand, der Bau von Keilrahmen etc. bedeutete einen zeitraubenden Vorlauf. Der Wert eines Bildes leitete sich daher auch – bevor der erste Pinselstrich gesetzt war – bereits aus dem kostspieligen und langwierigen Verfahren seiner handwerklichen Herstellung ab.
Die Industrialisierung der Malutensilien, die fabrikmäßige Herstellung von Leinwänden und Rahmen sowie die Erfindung und massenhafte Produktion von neuen Farben wie der Acrylfarbe, hat im 20. Jahrhundert eine ungeheure Beschleunigung des Malvorgangs bewirkt. Die Idee, das Konzept des Bildes, steht seitdem im Focus des Interesses.
Die Gruppenausstellung Slow Paintings konzentriert sich auf Bilder, die ungeachtet der Entwicklung zum ‚schnellen Bild’ auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einem komplexen und lang andauernden Entstehungsprozess unterliegen. Lasurmaler wie Ad Reinhardt (1913–1967) addieren bis zu hundert Farbschichten zu einem einzigen Kunstwerk. Ekrem Yalcindag (* 1964) benötigt vier Wochen, um ein Bild zu malen, das sich aus Hunderten unterschiedlicher plastischer Farbinseln zusammensetzt.
Slow Paintings erfordern nicht nur Konzentration, Geduld und Hingabe beim Maler, sie fordern auch den Betrachter. Im besten Fall korrespondiert das ‚langsame Malen’ mit einer extrem entschleunigten Rezeption, was die Aufmerksamkeit zurück auf zentrale Themen der Malerei lenkt, ohne den konzeptuellen Charakter der Malerei zu vernachlässigen. Der künstlerische Prozess wird in dieser Form der Malerei besonders reflektiert. Die inszenierten Momente der Verzögerung lassen, metaphorisch gesprochen, einen Spalt offen, durch den hindurch der Betrachter hinter die Oberfläche des Bildes in die Tiefe seiner Entstehung blicken kann."
(Pressetext: Museum Morsbroich)
Beteiligte Künstler: Tomma Abts, Ross Bleckner, Alighiero Boetti, Michaël Borremans, Gillian Carnegie, Raúl Cordero, John Currin, Alexander Esters, Bernard Frize, Franz Gertsch, Andrew Grassie, On Kawara, Konrad Klapheck, Jochen Kuhn, Sebastian Ludwig, Fabian Marcaccio, Michel Majerus, Rodney McMillian, Jonathan Monk, Reinhard Mucha, Manuel Ocampo, Roman Opalka, Laura Owens, Magnus Plessen, Ad Reinhardt, Bernd Ribbeck, Andrian Schiess, Pablo Siquier, Andreas Slominski, Cheyney Thompson, Corinne Wasmuht, Ekrem Yalcindag

Gustav-Heinemann-Straße 80
51377 Leverkusen
Tel: +49 (0) 214 / 85 55 60
Fax: +49 (0) 214 / 85 55 644
Web: http://www.museum-morsbroich.de
Öffnungszeiten
Di 11 - 21 Uhr
Mi - So 11 - 17 Uhr
Fr - 17 Uhr
Eintrittspreise
Erwachsene 5 Euro
Ermäßigt 3,50 Euro
Familienkarten 13,50 Euro

