12.10.2009 - 17.01.2010
Ai Weiwei - So sorry

"Die Ausstellung stellt zwei groß- formatige, eigens für das Haus der Kunst entworfene Arbeiten vor; außerdem vereint sie frühe Fotografien mit den seit 2003 entstandenen Filmen, der Dokumentation von dem documenta-Projekt "Fairytale" sowie einer Auswahl der seit 1997 entstan- denen Werke. Der Titel "So Sorry" zielt auf die neue Entschuldigungskultur, mit der Politiker und Vorstände auf Fehlentwicklungen am Finanzmarkt und andere globale Krisen reagieren.
Neue Arbeiten aus 2009
"Remembering" wird für die Fassade des Haus der Kunst entworfen und besteht aus 9.000 eigens angefertigten Rucksäcken. Ai Weiwei ruft hiermit das Erdbeben in Sichuan ins Gedächtnis, denn bei den eingestürzten Schulen fanden sich viele Rucksäcke der verschütteten Kinder. Jeder Rucksack hat eine von insgesamt fünf verschiedenen Farben; ihre Anordnung ergibt in chinesischen Schriftzeichen den Satz "Sieben Jahre lang lebte sie glücklich in dieser Welt", mit dem die Mutter eines Erdbebenopfers ihrer Tochter gedachte. Das pixelhaft wirkende Großbild erstreckt sich über eine Länge von 100 Metern und eine Höhe von zehn Metern über die gesamte Fassade und ist mit einer Stahlkonstruktion an den Säulen vorm Haus befestigt.
Ebenfalls für die Ausstellung gefertigt ist der Wollteppich "Soft Ground", der im größten Ausstellungsraum eine Fläche von 380 Quadratmetern bedeckt. Das Muster von "Soft Ground" ist eine getreue Reproduktion der 969 steinernen Bodenfliesen, über die der Teppich gebreitet wird. Um die Bodenfliesen . einschließlich der Spuren, die 70 Jahre Ausstellungsbetrieb hinterlassen haben . präzise zu rekonstruieren, wurde jede Fliese im Vorfeld einzeln fotografiert und ihre Position verzeichnet. In einer Wollweberei in der Provinz Hebei handgefertigt, fungiert "Soft Ground" nun als Dämpfer, der den Boden schont und natürlich auch eine akustische Wirkung hat.
Zu Ai Weiweis jüngsten und in der Ausstellung präsentierten Werken gehören außerdem: "Rooted upon", eine 100-teilige Großinstallation von Baumstämmen aus ganz China, die auf "Soft Ground" installiert wird; "Cube in Ebony", ein Kubus aus massivem Rosenholz mit den Maßen 100 x 100 x 100 cm; "Bamboo and Porcelain", eine in Zusammenarbeit mit Herzog & de Meuron entstandene Installation für die Fassade an der Rückseite des Haus der Kunst."
(Pressetext Haus der Kunst)

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