10.10.2009 - 06.12.2009
Outside In and Inside Out

"Outside In and Inside Out – das Vortragsthema von Dominique Bluher nimmt Bezug auf ein Zitat Robert Franks aus seinem Video “Home Improve- ments”: "I'm always doing the same images. I'm always looking outside. Trying to look inside. Trying something that's true. But merely nothing is really true. Except what's out there. And what's out there, is always different.”
Dieser filmische Ansatz zieht sich von Anfang an durch Franks vielschichtiges Werk. Seine Filme irritieren, da sie inhaltlich keine klaren Genregrenzen ziehen: Biografisches, Dokumen- tarisches und Fiktionales fließen nahtlos in einander. Die flüchtigen, grobkör- nigen Bilder von angeschnittenen Körpern und Gesichtern gleiten bei Frank ins Expressive und Abstrakte und suggerieren Improvisation und Zufall, obwohl alles präzise kalkuliert ist. Die Suche nach künstlerischem Ausdruck und die Befragung der Bilder nach ihrer vielfältigen Bedeutung sind Bestandteil des filmischen Werkes von Frank. Er reflektiert nicht nur in seiner Rolle als Künstler und Illusionist, sondern auch mit privaten Themen, als Ehemann, Freund und Vater.
Dominique Bluher ist Dozentin für Filmwissenschaften an der Harvard University, Boston. Ihr Forschungs- interesse gilt sowohl dem autobio- grafischen Kino also auch dem modernen und zeitgenössischen französischen Film. Sie lehrte an der Université Rennes und war 15 Jahre lang französische Korrespondentin für das internationale Forum des jungen Films der Berlinale. Ihre wissenschaftlichen Beiträge wurden in zahlreichen internationalen Filmzeitschriften veröffentlicht. Bluher ist Mitherausgeberin zweier Anthologien über französische, nicht-fiktionale Kurzfilme aus den 1950er und 1960er Jahren. Im Frühjahr 2009 hat sie für das Carpenter Center of the Visual Arts der Harvard University die erste Ausstellung zu den Video-Installationen von Agnès Varda in den USA kuratiert. Zur Zeit arbeitet sie an einer Monografie über den französchen Regisseur Joseph Morder sowie über filmische Autobiografien im Generellen.
C/O Berlin zeigt bis 6. Dezember 2009 erstmalig und als einzige Station in Deutschland eine Auswahl aus dem audiovisuellen Gesamtwerk von Frank, einem der bedeutendsten Fotografen und Filmemacher des 20. Jahrhunderts. Die Retrospektive wird die bis heute unbeachtet gebliebenen Arbeiten erstmals weltweit als Ausstellung präsentieren, so dass die parallel laufenden Filme vergleichend zu sehen sind. Sie findet in Kooperation mit dem Steidl Verlag statt, der alle Filme sowie sämtliche Publikationen anlässlich Franks 85. Geburtstags neu herausgibt.
Robert Frank, geboren 1924 in Zürich, ist einer der bedeutendsten und einflussreichsten visuellen Künstler unserer Zeit. Nach seiner Ausbildung zum Fotografen in verschiedenen Schweizer Fotoateliers emigrierte Frank 1947 nach New York. Bereits 1955 wird er von Edward Steichen eingeladen, an der Gruppenausstellung „51 American Photographers“ im Museum of Modern Art teilzunehmen. Robert Frank bereiste bis Mitte der 1950er Jahre Südamerika, Europa und die USA, und entwickelte dabei seinen eigenen, einzigartigen Stil, der die Sprache der Nachkriegsfotografie nachhaltig veränderte. 1955 erhielt er als erster Europäer ein Stipendium der renommierten Guggenheim-Stiftung, um eine umfassende Bildreportage über die Vereinigten Staaten zu dokumentieren. Daraus entstand das Autoren-Fotobuch „The Americans“ (1959), zu seiner Zeit sehr kritisch aufgenommen, gilt es als Ikone des Fotobuchs."
(Pressetext: C/O Berlin)
Vortrag 28. November 2009, 17 Uhr von Dominique Bluher, Harvard University
Oranienburger Straße 35-36
10117 Berlin
Tel: +49 (0)30 28 444 160
Web: http://www.co-berlin.info
Öffnungszeiten
Mo - So 11 - 20 Uhr

