10.10.2009 - 06.12.2009

Talents 17 | Life with Maggie | Ofer Wolberger / Jennifer Crowley

Ofer Wolberger aus der Serie "Life with Maggie", courtesy C/O Berlin e.V.,  Berlin
Ofer Wolberger aus der Serie "Life with Maggie", courtesy C/O Berlin e.V., Berlin

"Der C/O’s e.V. setzt vom 10. Oktober bis zum 6. Dezember 2009 die Serie Talents unter dem Titel Life with Maggie mit Fotografien von Ofer Wolberger fort. Talents präsentiert Fotografen und Kulturwissenschaftler an der Schwelle zwischen Ausbildung und Beruf. Die Eröffnung findet am Freitag, den 9. Oktober 2009, um 19 Uhr im Postfuhramt an der Oranienburger Straße 35/36 statt.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. So auch Maggie. Eine junge Frau, die in einem farbenfrohen Fototagebuch festhält, welche Orte sie bereist hat – den Strand von Pensacola in Florida und die Berge von Monticello in Utah. Sie posiert in üblicher Touristenmanier bei Sonnenuntergängen am Wasser, in lieblichen Landschaften und vor moderner Architektur. Einzig irritierend an ihren gewöhnlichen Reisebildern ist Maggie selbst, denn ihre wahre Identität versteckt sie stets hinter einer Maske. Zudem korrespondiert ihre Kleidung oft auf subtile Art mit ihrer Umgebung, greift deren Beschaffenheit und Farbigkeit auf. Sind das noch klassische Urlaubsfotos? Was wird hier eigentlich dokumentiert? Wer ist diese Maggie und wohin geht ihre Reise wirklich?

Maggie ist ein fiktiver Charakter des amerikanischen Fotografen Ofer Wolberger, der mit seinen inszenierten Bildern der Frage nach Identität nachgeht. In den vertrauten Bildern von realen Orten wirkt die Maske der porträtierten Protagonistin falsch und entfremdet, die das Wahre einer Person kaschiert. Sie verweigert jegliche direkte Zugänglichkeit. Zwar ist die Maske die bestimmende Konstante zwischen den einzelnen Fotografien, der Wechsel der Kleidung zeugt jedoch von einem fließenden Verhältnis vom Individuum und seiner Umgebung. Wolberger zeigt, wie stark das Bedürfnis des Menschen nach fester Verortung seiner Idenität einerseits ist, und andererseits wie schwer die Frage, wo man hingehört, zu beantworten ist. Die Reisen von Maggie sind somit vor allem Exkursionen zum eigenen Selbst.

Wolbergers Fotografien mit ihrer (De-)Konstruktion der Individualität beziehen sich auf das Werk von Cindy Sherman. Das Adaptieren verschiedener Identitäten weist auf die Kontingenz des Konzeptes hin, nachdem heute weibliche wie männliche, psychologische wie soziale Identitäten nicht mehr durch Herkunft oder Berufsstand festgelegt, sondern in stärkerem Maße frei wählbar geworden sind. Jeder kann sich selbst erfinden, kann sich seine Maske und Kleidung, seine Identität aussuchen oder hat zumindest prinzipiell die Möglichkeit dazu."
(Pressetext: C/O Berlin)

 
C/O Berlin

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