20.06.2010 - 05.09.2010
1910 FIGUR 2010

"PERFORMANCE
Während der Ausstellungseröffnung findet die Performance
1,2,3,4 der Künstlerin Patrycja German (*1979) statt. In Form einer
lebenden Skulptur, die sich in einem vierteiligen Zyklus an- und wieder
bekleidet, werden in dieser Performance sowohl zeitgenössische Betrachter- als
auch Abbildkonventionen thematisiert.
Am 18. Juni 1950 öffnete das Georg-Kolbe-Museum seine Pforten, als erste Museumsinstitution nach Kriegsende im Westteil Berlins. Das Bildhauermuseum im ehemaligen Atelier von Georg Kolbe, widmete sich anfangs ausschließlich dem Werk seines Stifters. Seit 1978 präsentiert es eine abwechslungsreiche Folge von Ausstellungen zur Bildhauerei des 20. Jahrhunderts.
In der Jubiläumsausstellung werden Werke aus der frühen Moderne zeitgenössischen Arbeiten gegenübergegenübergestellt. Die Jahre 1910 und 2010 stehen jeweils für eine Neubesinnung auf das Menschenbild. Ein Spektrum von circa zwanzig Skulpturen macht die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten des plastischen Menschenbildes im zeitlichen Abstand eines Jahrhunderts greifbar.
Die Generation von Georg
Kolbe stellte am Anfang des 20. Jahrhunderts das autonome Menschenbild ins
Zentrum ihres Schaffens: die von formalen und inhaltlichen Bindungen – sowie
auch meist vom Kostüm – befreite Figur. Vor allem wandte sie sich damit gegen
den wilhelminischen Denkmalsboom.
Die ausgestellten Statuen zeigen die
Spannweite neoklassischer, idealistischer und expressionistischer Gestaltung.
Neben der Ganzfigur entwickelte sich damals auch der Torso; somit wird die
Idealgestalt mit dem zerstückelten Körper konfrontiert.
Aus dieser Zeit werden lebensgroße Statuen von Ernesto de Fiori (1884 – 1945), Bernhard Hoetger (1874 – 1949), Fritz Klimsch (1870 – 1960), Georg Kolbe (1877 – 1947), Hugo Lederer (1871 – 1940), Wilhelm Lehmbruck (1881 – 1919) und Ernst Seger (1865-1939) gezeigt. In der Präsentation der Sammlung des Museums im Untergeschoss des Erweiterungsbaus wird der Schwerpunkt diesmal auf Werke gelegt, die vor 1920 entstanden sind.
Im Dialog zu den Statuen vom Beginn
des 20. Jahrhunderts stehen Beispiele zeitgenössischer figürlicher Bildhauerei,
die in den letzen zehn Jahren eine ungeahnte Aktualität und Vielfalt entwickelt
hat. Lange Zeit war sie im Kontext zeitgenössischer Kunstproduktion eher eine
Marginalie. Zu schwer wog die historische Last der Indienstnahme des plastischen
Menschenbildes durch die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts. Erst die
Überwindung der kulturpolitischen Gegensätze des Kalten Krieges in dem Jahrzehnt
nach der Wiedervereinigung führte zu einer wirklichen Neubewertung figürlicher
Kunst. Unter diesen Vorzeichen befreite sich die figurative Bildhauerei in den
Jahren 2000–2010 von ihrem ideologischen Ballast und gab einer ganzen Generation
von Künstlern neue Impulse. Ausgestellt werden Werke von Ubbo Enninga (*1955),
John Isaacs (*1968), Christian Jankowski (*1968), Iris Kettner (*1968), Markus
Leitsch (*1978), Robert Metzkes (*1954), Simon Schubert (*1976), Pia Stadtbäumer
(*1959), Mathilde ter Heijne (*1969), Veronika Veit (*1968) und Klaus Winichner
(*1967).
(Pressetext: Georg-Kolbe-Museum)

Sensburger Allee 25
14055 Berlin
Tel: +49 (0) 30 / 04 21 44
Fax: +49 (0) 30 / 30 470 41
Web: http://www.georg-kolbe-museum.de/
Öffnungszeiten
Di - So 10 - 17 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene 5 Euro
Ermäßigt 3 Euro

