19.06.2010 - 30.09.2010

Lichtparcours 2010 in Braunschweig

Susanne Rottenbacher "farbring 450d", courtesy Kulturinstitut der Stadt Braunschweig, Braunschweig, fotografiert von Thomas Liebig
Susanne Rottenbacher "farbring 450d", courtesy Kulturinstitut der Stadt Braunschweig, Braunschweig, fotografiert von Thomas Liebig

"Bis zum 30. September zeigen an neun Standorten entlang der Oker auf Einladung des städtischen Kulturinstituts die sieben zeitgenössischen Lichtkünstlerinnen und Lichtkünstler Thomas Bartels, Rainer Gottemeier, Jeppe Hein, Jan Köchermann, Susanne Rottenbacher, Christiane Stegat und Arend Zwicker  ihre unterschiedlichen künstlerischen Positionen temporärer Lichtkunst im öffentlichen Raum.

Die Mischung aus Grünflächen, Wasserläufen und zu einem Parcours konfigurierter Kunst ist eine besonders schöne Form eines Alleinstellungsmerkmals für eine Stadt.

Wenngleich einige der beim Lichtparcours 2010 realisierten Projekte auch tagsüber den Besuch des Parcours schon mehr als nur rechtfertigen, verbindet indes alle das Medium Licht, sodass sich die gesamte Poesie des LICHTparcours in der Dämmerung
und der Nacht entfaltet.
Ergänzt wird der Lichtparcours 2010 durch die bereits seit 2008 dauerhaft installierten Lichtkunstprojekte von Yvonne Goulbier und Fabrizio Plessi.

Unter der Überschrift Licht-KulTOUR steht ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt zur Verfügung. Erlebnisreiche Führungen, Familien-Programme und schulische und außerschulische Workshops werden angeboten.
Mehr unter: www.braunschweig.de/lichtparcours2010


Die Projekte in aller Kürze. Mehr dazu im Internet unter www.braunschweig.de/lichtparcours2010:

Thomas Bartels Installation '1000 Blumen' besteht aus drei modifizierten Betonmischmaschinen mit Linsen, Spiegeln und bunten Glasscherben, die scheinbar schwerelos auf dem Wasser stehen. Mit einbrechender Dunkelheit beginnen die Tonnen sich zu drehen. Bei dieser Installation wird das Prinzip des Kaleidoskops umgedreht und es werden Blumen auf die umliegenden Bäume projiziert.

Jeppe Hein lädt die Besucher mit 'Appearing Rooms' in einen programmierten Wasserpavillon ein. Die individuellen Wasserwände steigen und fallen, öffnen und schließen sich, bevor sie erneut Form und Erscheinungsbild verändern. Die Besucher können den Wasserpavillon betreten und finden sich in immer wieder neuen Innenräumen, aber auch plötzlich außerhalb des Wasserpavillons wieder, ohne dieses selbst kontrollieren zu können.

Jan Köchermann lässt bei seinem Projekt 'Siedlungen' riesige Lampions leuchten. Was wäre, wenn Häuser eine Seele hätten? Jan Köchermann hat sich diese Frage gestellt und den Serien-Wohnblöcken aus Braunschweigs Weststadt einen Traum erfüllt. Sie schweben, scheinbar von der Schwerkraft befreit. Plattenbauten werden ins Blickfeld gerückt und an einen idyllischen Ort transportiert, wo sie normalerweise nicht zu finden wären.

Rainer Gottemeier visualisiert mit dem 'Braunschweiger Gipfel' das kartographische Netzwerk Braunschweigs im Wasserspiegel des Portikusteichs. Wege und Straßenkreuzungen, die Oker, Gebäude und Kirchen werden durch verschiedene Leuchtmittel gekennzeichnet. Mit zunehmender Dunkelheit verwandelt sich die Konstellation in ein visuelles Konzept bewegter Raumpunkte.

Arend Zwicker präsentiert seine Licht-Spiegelinstallation '8,33%' auf dem Teich im Kiryat Tivon Park. Ein Eisberg würde in Süßwasser zu 8,33% herausragen. Diese physikalische Feststellung liegt dem verspiegelten Eisberg zugrunde.

Christiane Stegat zeigt mit 'Spawn' Kugelketten, die in Mengen zusammen- und übereinandergelegt ein Volumen, einen Haufen bilden. Die gewollte Assoziation der Kugelketten zu einem Gelege, zu Laich oder auch Schaum wird durch die unterschiedlichen „Sphäreneigenschaften“, die Größe und die Materialität gestört. Tagsüber kalt und weiß, verwandeln sich die Kugeln nachts in beinahe magisch auf Wasser und Ufer ausstrahlende Leuchtkörper.

Susanne Rottenbacher zeigt mit 'farbring 450d', dass sich die farbliche Erscheinungsweise eines Gegenstandes mit dem Licht ändert, denn Helligkeit und Lichtfarbe beeinflussen die Wahrnehmung. Dieses Zusammenspiel von Licht und Farbe ist ein zentrales Thema der Malerei. Die Skulptur 'farbring 450d' veranschaulicht diese Frage auf neue Weise indem beide Elemente, Malerei und Licht, Teil des Kunstwerkes sind.

Yvonne Goulbier hat mit der Installation 'Evokation in Rot' bereits 2008 die Brückendurchfahrt der Jasperalleebrücke durch 150 rote LED-Lichtquellen in eine magische Lichtzone verwandelt. Mit einer zart-gelben Betonung der Brücken-Balustrade entsteht ein Übergang zur beleuchteten Straßensituation. Der zweite Teil der Arbeit ist ein am Gesims der rückwärtigen Wand des Staatstheaters wandernder Lichtpunkt. Er symbolisiert das Hinüber und Herüber des Verkehrs über den Fluss.

Fabrizio Plessi war mit seinem 'Bogen der Erinnerung' bereits beim Lichtparcours 2000 vertreten. Das Kunstwerk, das 2008 reaktiviert wurde, rekonstruiert mit einer Videoinstallation eine nicht mehr existente Brücke am Alten Bahnhof, die ab 1844 die Innenstadt mit dem Kopfbahnhof verband."
(Pressetext: Kulturinstitut der Stadt Braunschweig)

 
Braunschweig | Kulturinstitut der Stadt Braunschweig
Braunschweig, Loewe mit Dom im Hintergrund, fotografiert von Brunswyk

Braunschweig | Kulturinstitut der Stadt Braunschweig

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