03.09.2010 - 30.09.2010
Maria Hanl, Ewa Kaja, Karin Maria Pfeifer, Ildico Sera | BARCODE

"(...) wir möchten Sie heute auf unser neue Ausstellung im August aufmerksam machen, denn sie hat vier Künstlerinnen aus Wien zu Gast. Die »desperate artwives« nehmen die Körperlichkeit zum Thema der künstlerischen Auseinandersetzung. Ist doch der Körper in der zu einem guten Teil durch virtuelle Projektionen bestimmten Wirklichkeit (virtual social networks) zu einem Ort vielfältiger Auseinandersetzungen geworden: So etwa ringt die Körperlichkeit dem Menschen auch in einer Zeit der scheinbar unendlichen Möglichkeiten immer wieder eine Reihe von real begrenzenden Entscheidungen ab. Mit dem realen Körper stoßt man/frauregelmäßig an die Grenzen der Physik, auch wenn es längst möglich ist, virtuell an mehreren Orten gleichzeitig sein. Tatsächlich erweisen sich die körperlich männlichen oder weiblichen Determinanten des eigenen Handels als äußerst unflexibel, auch wenn man virtuell in mehrere Personen verschiedenen Geschlechts gleichzeitig schlüpfen kann. Das heißt, die soziale Körperlichkeit des Menschen, die zunehmend von der virtuellen Welt bestimmt wird und seine reale Körperlichkeit bilden keine Einheit mehr. Auf vielfältige Weise wird diese Spaltung des Menschen auf zwei Körper und die dadurch entstehenden Reibungsflächen dazwischen in den Arbeiten der KünstlerInnen thematisiert.
In Maria Hanls Arbeit >alles ware< wird der Warencharakter des Körpers anhand textiler Skulpturen diskutiert. Wie auf einem Abfallhaufen stapeln sich kopflose Körperfragmente, Arme, Beine, Hände und Füße übereinander. Die hier gestapelten Körper sind verwendet, verbraucht, haben scheinbar ausgedient in einer Gesellschaft, die alles dem Prinzip der Nützlichkeit unterordnet. Die ungarische Künstlerin Ildikó Séra konzentriert sich in ihrer Arbeit auf Untersuchungen über Körper und Worte. Körperteile werden mit literarischen Texten überblendet, die einerseits als visuelle Zeichen dienen, deren Bedeutung im Einklang oder auch im Gegensatz zum aktuellen Körperausschnitt stehen kann, anderseits werden sie zum Vorhang aus Worten, die die Nacktheit der Körper auf schützende Art und Weise verdecken. Karin M. Pfeifers Videoarbeit wiederum focusiert die genetische Disposition des Körpers im Hinblick auf die weiteren Beziehungschancen des Menschen, beginnend mit Chaos (Zellhaufen, medizinsich: morula, blastula, gastrula) hin zur Ordnung, aus dem sich jede einzelne Zelle hin zu einem kompletten, komplexen Organsystem entwickelt. Genauso komplex-chaotisch zwischen Vorher- und Selbstbestimmung entwickeln sich auch soziale Gefüge und deren Interaktionen/Beziehungen. Ewa Kaja thematisiert in ihrer Arbeit auf vielfältige Weise die Endlichkeit des lebendigen Körpers.
Mehr über die Künstlerinnen finden Sie auf unserer Webseite www.sudecoucou.net"
(Pressetext: Lena Braun, Galerie Saloon SU DE COUCOU)

Weserstraße 202
12047 Berlin
Tel: +49 (0) 30 / 896 431 39
Web: http://www.sudecoucou.net
Öffnungszeiten
Di - Sa 14 -19 Uhr

