03.09.2010 - 06.11.2010

Hannsjörg Voth | Raum, Zeit und Erinnerung

Hannsjörg Voth "Goldene Spirale", 1992, Verschiedene Techniken, 90 x 115 cm, courtesy Galerie Dittmar, Berlin
Hannsjörg Voth "Goldene Spirale", 1992, Verschiedene Techniken, 90 x 115 cm, courtesy Galerie Dittmar, Berlin

Fotografien von Ingrid Amslinger

"Ab Anfang der siebziger Jahre beschäftigte sich Hannsjörg Voth, 1940 geboren, mit land-schaftsbezogenen Projekten, die sich unter anderem aus der damaligen Bewegung der Land Art und Concept Art entwickelten (Walter de Maria, Christo, besonders Michael Heizer). 1978 erfolgte die spektakuläre 'Reise ins Meer', die neuntägige Floßfahrt auf dem Rhein einer riesigen Mumie ins offene Meer. Anfang der achtziger Jahre entstand das 'Boot aus Stein', in einer im Ijsselmeer vor der holländischen Küste errichteten Pyramide aus Holz, das Monate später mit der Pyramide im Packeis zugrunde ging und versank. Diese symbol-geladenen, Mythisches und historische Tiefenschichten berührenden Ereignisse machten Voth berühmt und zählen bis heute zu den bedeutendsten Projekten ihrer Art weltweit.  

Seit Anfang der achtziger Jahre datiert auch das umfassendste Vorhaben des Künstlers, das fern jeder Zivilisation, in der marokkanischen Wüste entstand und sich bis zu seiner Fertig-stellung über zwanzig Jahre hinzog. Es besteht aus der 'Himmelstreppe', der 'Goldenen Spirale' und der 'Stadt des Orion' – konkretisierte surreal anmutende Architekturvisionen, pathetische Großskulpturen, wie sie zuvor vergleichbar allenfalls in den monumentalen Idealentwürfen europäischer Architekturphantasien vorgebildet waren. Es sind bis ins Detail mathematischer Gesetzmäßigkeiten durchdachte und zum Teil bewohnbare Komplexe, die auf die Örtlichkeit Bezug nehmen, die Elemente und den jeweiligen Sonnenstand in die Konzeption einbeziehen und einen kosmischen Bezug zum Sternbild des Orion in den verschiedenen, mächtigen Türmen realisieren.

Die die Projekte begleitenden Zeichnungen von Voth nehmen dabei einen herausragenden Rang ein. Sie sind Ideenskizzen, Konstruktions- und Architekturzeichnungen, bildmäßig ausgeführte, virtuose Blätter und haben zu allem in ihrer suggestiven, imaginativen Kraft eine nahezu visionäre Aura.

Ein wesentlicher Teil der Unternehmungen stellen die Fotografien der Frau des Künstlers, von Ingrid Amslinger dar. Sie haben die wichtige Funktion der Dokumentation der Aktionen, der Bauten und ihrer Entstehung und Entwicklung, besitzen aber darüber hinaus eine atmosphärische Dichte, die der magischen Realität der Bauten und Szenerien Ausdruck verleiht."
(Pressetext: Galerie Dittmar)

 
Galerie Dittmar
Fritz Klemm "Wand", 1989, Fettkreide, Bleistift, Collge, 10 x 145 cm, Galerie Dittmar

Galerie Dittmar

Auguststraße 22

10117 Berlin

Tel: +49 (0) 30 / 280 985 40

Web: http://www.galerie-dittmar.de

Öffnungszeiten

Di - Sa 12 - 18 Uhr
und nach Vereinbarung

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