04.09.2010 - 16.10.2010
"c u t t i n g i n" Charlotte McGowan-Griffin - papercut

"Die bildnerische Welt von Charlotte McGowan-Griffin ist ein rätselhaftes und phantastisches Universum. In ihren Arbeiten verbinden sich Geschichten von Gut und Böse, wie wir sie aus in den Märchen der Gebrüder Grimm kennen und geheimnisvolle und bedrohliche Geschichten, etwa eines Edgar Allen Poe, zu einer grotesken Bilderwelt in einem Schattenreich.
Mit einem speziellen Skalpell schneidet die Künstlerin feinste Verästelungen und komplizierte Muster aus meterhohen Papierbogen, formt sie souverän zu raumgreifenden Skulpturen und erschafft ein eigenes dreidimensionales Welttheater.
Charlotte McGowan-Griffin wird in der Galerie Maurer eine große Installation vor Ort herstellen. Das Konzept der Künstlerin für die geplante Papierarbeit wird von ihr, wie folgt, erläutert:
'Cutting-In lautet der Titel des 67. Kapitels von Herman Melvilles Roman Moby Dick or, The Whale. In diesem wird die Häutung eines Wales beschrieben,….'by spiralizing it'.Indem ich diesen Buchtitel aufgreife, verweise ich auf die bewußte Umkehrung des Verbs 'to cut out / cutting out, das ja das Herausschneiden eines Bildes aus einem Stück Papier bedeutet, in das Verb 'to cut in / cutting in.'Cutting in' ist die präzisere Beschreibung meiner dreidimensionalen Arbeitsweise.
Ich versuche nicht ein Bild aus dem Papier herauszuarbeiten, sondern Einschnitte in die sichtbare Oberfläche des Materials Papier zu schneiden, als einen Versuch in einem kurzen Augenblick meine inneren (bewusste und unbewusste) Prozesse sichtbar zu machen. Das Zusammenspiel zwischen äußerem und innerem Druck zeigt sich besonders in meinen aktuellen Arbeiten, deren zentrales Element Spiralen oder Wirbel sind. Dieser dynamische Dualismus verweist auf Parallelen im klassischen Silhouetten-Scherenschnitt, (positiv / negativ, hell / dunkel, versteckt / enthüllt).
Bei der Papierarbeit Moby Dick or, The Whale werde ich vor Ort eine große - nur für den Galerieraum produzierte - Installation aus weißem Papier anfertigen. Diese Installation wird an zwei frühere Arbeiten The Whiteness of the Whale (2009) und Winter Ships (2009) anknüpfen. Wrackteile von Schiffstakelagen, Segeln und Elemente, die an einen Walkörper erinnern, werden angedeutet. Die Installation will nicht ein Bild oder ein Konzept illustrieren, sondern sie bezieht sich vielmehr auf die 'emotionale Kreativität' des Ozeans oder des Unbewussten, wie es Stanislaw Lem in seinem Roman Solaris beschreibt.Die Installation – durch verschiedene Lichtquellen in ein dämmriges Licht getaucht – wird durch eine sich langsam bewegende Videoprojektion ergänzt. So entsteht eine geheimnisvolle, hermetische Atmosphäre, die den Betrachter in eine kontemplative Stille einbindet.' (Charlotte McGowan-Griffin)"
(Pressetext: Galerie Maurer Contemporary Art)

Galerie Maurer Contemporary Art
Fahrgasse 5
60311 Frankfurt am Main
Tel: +49 (0) 69 / 90 02 56 40
Fax: +49 (0) 69 / 90 02 56 41
Web: http://www.galerie-maurer.com
Öffnungszeiten
Di - Fr 14 - 19 Uhr
Sa 11 - 15 Uhr
und nach Vereinbarung
In der Sommerpause vom 01. bis zum 28. August 2010 ist die Galerie
am Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

