26.11.2010 - 15.01.2011

Heike Feddern

Heike Feddern studierte an der Fachhochschule Dortmund Malerei und Illustration in der Klasse von Prof. Pitt Moog. Am Anfang waren es archaisch anmutende Bilder die sie malte, mehr durch die erdigen Pigmente und übereinander gelagerten Sand- und Farbschichten sprechend als durch ein konkretes Motiv.
Doch nach und nach erschienen die ersten Figuren und Gesichter auf der Leinwand, hier ein Torso, dort ein Auge oder Mund, zufällig auftauchend. Sie drängten sich nach vorn und übernahmen dabei zielstrebig die Bilderwelt der Malerin.
Sie sind dabei sehr listig vorgegangen, indem sie fragten: 'Kannst Du uns überhaupt malen? Kannst Du unsere Gesichter so zeigen, dass wir Dich wirklich anblicken?'
Heike Feddern hat die Herausforderung angenommen, dennoch ist sie immer noch verblüfft über das Eigenleben der Gemalten, die Persönlichkeit, die sich bei ihrer Entstehung entwickelt.

Einige Figuren erscheinen einem merkwürdig bekannt, als hätte man sie irgendwo schon einmal gesehen. Eigentlich unmöglich, aber vielleicht kennt man sie durch die Geschichten, die sie uns erzählen? Trotz unseres Lebens in der Hochgeschwindigkeitsepoche, wo Ereignisse von gestern schon morgen vergessen sind, scheinen wir doch noch ein kollektives Gedächtnis für Märchen und Mythen, Gesellen aus Gedichten und Geschichten bewahrt zu haben.
Noch kennen wir alle Rotkäppchen und Co, den Zauberlehrling oder auch Romeo und Julia. Vielleicht ist es das, woran uns die Gemalten erinnern, vielleicht kommen sie uns deshalb so seltsam vertraut vor.
Doch sind die Bilder keine reine Nacherzählung oder Illustration dieser Geschichten, vielmehr sollen sie realistisch Unrealistisches darbieten, kleine Sequenzen, den kurzen Augenblick einer Idee oder des Erinnerns, der schnell vorbeizieht, wenn man ihn nicht festhält.

Manchem sind diese Bilder zu laut, doch wer genauer hinblickt, wird die feine Ironie entdecken, den dunklen Humor und das Rätselhafte. Denn trotz der allgemein verständlichen Bildsprache und der deutlichen Sichtbarkeit des Dargestellten ist immer noch genug Platz für Geheimes und Geheimnisse.

Mit der Faszination Hand in Hand gehend, macht der manchmal beängstigende erste Augenschein die Magie dieser Arbeiten aus. Denn wenn wir ehrlich sind: wer schaut nicht gerne – natürlich aus sicherer Position – freudig schaudernd über den Rand des Abgrundes oder besser – des Abgründigen?

Nach Teilnahme an der Art Karlsruhe, Art Fair Cologne und Contemporary Art Ruhr in 2010, ist dies Heike Fedderns erste Ausstellung in München."
(Pressetext: E324 Raum für Kunst)

 
Vernissage am 25.11.2010 ab 19:00 Uhr
E324 Raum für Kunst

E324 Raum für Kunst

Gabelsbergerstraße 65

80333 München

Tel: +49 (0) 1577 / 17 333 24

Web: http://www.e324.de

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