21.01.2011 - 03.03.2011
VIA LEWANDOWSKY „Archäologie der Ähnlichkeit“
Die leuchtende LED-Schrift 'Voynich', 2010 stellt das in verschiedenen Ländern häufig benutzte englische Wort 'okay' in Zeichen des Voynich-Manuskriptes dar. Dabei handelt es sich um eine unbekannte Schrift, die vermutlich im 15. Jhd. in Norditalien geschrieben wurde und bisher, ausgenommern einzelner Glyphen, zu denen auch O,K,A und Y zählen, noch nicht entziffert werden konnte. Das alltägliche, vertraute Wort ist in diesem neuen Zusammenhang für den Betrachter nicht mehr lesbar und bleibt verborgen. Umgekehrt regt der grüne, undeutliche Schriftzug auf Grund seiner Ähnlichkeit mit vertrauten Bezugssystemen zu neuen Deutungsansätzen an.
Ebenfalls rätselhaft und komisch wirkt die Skulptur 'Ewige Überraschung', 2011. Einer Schwarzwälder-Kirsch-Torte fehlt in der Mitte ein Stück. Darin ist ein Gesicht zu sehen, dass jedoch nicht, wie zu erwarten wäre, einen 'Negativ-Abdruck' des Gesichtes zeigt, sondern sich plastisch aus dem Kuchen hervorhebt. Als 'eine Konstruktion von Unmöglichem' beschreibt Lewandowsky diese Arbeit, 'man sieht hier etwas, was man eigentlich so nicht sehen kann.'
Wie schon in den Fotografien von Schaufensterpuppen der Ausstellung 'Polyamid', Galerie Karin Sachs, 2008, geht es Lewandowsky auch in seinen neuen Werken um ein Spiel mit der Perspektive, um die Täuschung des Blicks, um Widerspruch und Unvereinbarkeit. Bewusst durchbricht der Künstler konventionelle Wahrnehmungsmuster und Kommunikationsformen. In einer Zeit, die von schnellen Abläufen und der Hybridisierung diverser Kulturen geprägt ist, fasziniert Lewandowsky 'die Schönheit des Missverständnis und des Scheiterns'".
(Pressetext: GALERIE KARIN SACHS)

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