20.01.2011 - 03.02.2011
Steffen Cyrus: Die hohen Hallen der Kunst und ihre Örtchen
"Vom 3. bis 14. August 2010 bereiste der Künstler Steffen Cyrus (*1981) im Rahmen seines Graduiertenstipendiums Deutschlands Museen. Prof. Dr. Schierz (Kunsthalle Erfurt): 'Steffen Cyrus will als Künstler wahrgenommen werden und in 10 Museen vertreten sein, wo sonst nur etablierte Künstler ihren Auftritt haben. Seine Arbeiten möchte er jeweils im Waschraum der Museumstoiletten ausstellen, einen Ort des kunstfernen Transits, dem sich zugleich viele Museumsbesucher nicht entziehen können. Er provoziert damit kuratorische und konservatorische Standards der Kontextualisierung von Kunst und befragt sie zugleich.'
Zur Ausstellung in der Galerie pack of patches: Zwanzig Fotoarbeiten aus den Museumstoiletten präsentiert Steffen Cyrus exklusiv in der Galerie pack of patches. Er stellt das Projektergebnis seines Graduiertenstipendiums erstmals der Öffentlichkeit vor und wir stellen sein Projekt erstmals innerhalb einer monografischen Ausstellung aus. Steffen Cyrus ist somit der erste Künstler mit einer Einzelschau in der Galerie pack of patches in Jena. Er wird seit Gründung der Galerie im September 2008 von der Galerie pack of patches exklusiv vertreten. Über das Projekt hinaus zeigt Steffen Cyrus einige seiner neusten Malereien. Er wird zur Eröffnung am 20.01.2011 anwesend sein und über seine Museumstour berichten.
Studiert hat Steffen Cyrus an der Bauhaus-Universität in Weimar bei Elfi Fröhlich (2006 abgeschlossen), mit Gastaufenthalten bei Katharina Grosse an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und bei Walter Obholzer an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Prof. Dr. Schierz (Kunsthalle Erfurt): 'Steffen Cyrus bezieht sich in seiner Malerei auf die historischen Vorläufer des Abstrakten Expressionismus. Er verführt unsere Wahrnehmung zum Hinschauen, zeigt kleine und große Details, die unsere visuelle Neugier anregen. Obgleich die abstrakten Bilder durch den virtuosen Umgang mit Licht und Farben und eine ausbalancierte Figur-Grund-Beziehung bestechen, bieten sie keinerlei Refugium für die klassische Sehnsucht nach Harmonie und Ausgleich - vielmehr übernimmt hier das Fragment die Rolle des Ganzen. Chaos und Ordnung, Bewegung und Statik und eine Attitüde, die das Spiel, die unhinterfragte Lebenslust widerspiegelt.' Zehn Häuser, die zeitgenössische Kunst zeigen und in denen - ein 'Cyrus' - hängen sollte, hat der Künstler bereist und 2 Werke hinterlassen: Hamburger Kunsthalle, Museum Ludwig Köln, Pinakothek der Moderne München, Neues Museum Weimar, Museum für Moderne Kunst Frankfurt, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Bonn, Hamburger Bahnhof Berlin, Kunsthalle Erfurt, Museum der bildenden Künste Leipzig, sowie das Kunstmuseum Stuttgart.
Die Leerstelle im Museum, die er nutzt, der Vorraum einer Toilette, spiegelt nicht unbedingt den Ort einer Kunstbetrachtung bzw. eines Kunstgenusses wider. Steffen Cyrus erweitert den Museumsraum. Aber das ist noch nicht alles, Cyrus bietet dem findigen Besucher an, die Malerei auf Leinwand mit nach Hause zu nehmen; sofern das Museum die Schenkung nicht bereits angenommen hat."
(Pressetext: Galerie pack of patches)

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