30.06.2011 - 04.09.2011

iRonic. Die feinsinnige Ironie der Kunst

"John Bock (D), Shannon Bool (CDN), Thorsten Brinkmann (D), Mark Dion (USA), Anton Henning (D), Brigitte Kowanz (A), Ragnar Kjartansson (IS), Peter Land (DK), Patrick Mimran (F), Ahmet Ögüt (TR), Sener Özmen (TR), Claude Wall (D)

Das Thema Ironie ist ein wesentlicher Bestandteil unserer verbalen und unserer visuellen Kommunikation. Sie begleitet uns im Umgang mit alltäglichen, großen oder kleinen Themen – und sie fordert die Komplizenschaft eines Gegenübers.

Ironie signalisiert lustvolle Intellektualität und spielerische Souveränität, taucht aber auch auf, wenn wir an bestimmte Grenzen stoßen, ganz gleich ob selbstgesetzt oder fremdbestimmt. Denn in der ironischen Haltung wird das Mögliche gegen das Wirkliche ausgespielt. 'Die Wirklichkeit der Ironie ist bloße Möglichkeit', wusste schon Kierkegaard und verweist auf die Gebrochenheit des modernen Bewusstseins. Das Lächerliche sei die plötzliche Auflösung einer Erwartung in Nichts, sagte der Aufklärer Kant. Das Lächerliche ist dem Ironischen implizit – doch Ironie ist weitaus komplexer. 'Ironie ist eben nichts andres, als dieses Erstaunen des denkenden Geistes über sich selbst, was sich oft in ein leises Lächeln auflöst' sagte der Romantiker Schlegel und umschreibt Ironie ganz poetisch als 'transzendentale Buffonerie'. Heute schlägt Ironie einen wesentlich härteren Takt an und schleust in unser auf Kausalität getrimmtes Denken den Aspekt der 'legitimen Willkür'. (Diederichsen) Ironie umfasst gleichermaßen Übertreibung und Untertreibung, Bedeutungsauflösung und Bedeutungsaufladung. Ironie untergräbt und schafft Distanz im gleichen Atemzug. Charakteristisch ist ihre Ortlosigkeit: Ironie beinhaltet die Möglichkeit der Überschreitung und zugleich der Vereinigung.

Die Ausstellung Die Gruppenausstellung 'iRonic' wird die unterschiedlichen Facetten von Ironie als zentrales Ausdrucksmittel der zeitgenössischen Kunst analysieren. Es geht um Ironie als Mittel des Spiels, auch des Sprachspiels, als Mittel der Hinterfragung, der Analyse, der Kritik, oder als Ausdruck von Grenzerfahrung, wenn es beispielsweise um den 'unauflöslichen Widerstreit des Unbedingten und des Bedingten, der Unmöglichkeit und Notwendigkeit einer vollständigen Mitteilung“ geht. (Schlegel) Ironie findet sich auch im Spiel mit den Erwartungen des Kunstbetrachters, den Erwartungen des Künstlers an sich selbst, als Spiel mit den formalen Mitteln der Kunst, den Inhalten der Kunst, der Rolle des Künstlers oder den Bezügen zwischen Kunst und Gesellschaft.

Die Künstler 12 Künstler aus 8 Ländern haben ihre Teilnahme zugesagt. Es werden zahlreiche neue Werke für diese Ausstellung entstehen: Anton Henning wird neue Arbeiten zum Thema 'Maler und Meisterwerk' schaffen und Brigitte Kowanz eine neue ironisch Text-Arbeit konzipieren. Patrick Mimran wird ein Billboard mit einem ironischen Textbeitrag im Innenhof des Kunstpalais konzipieren. Thorsten Brinkmann wird aktuelle und ganz neu entstandene Fotoarbeiten aus der Serie 'Portraits of a Serialsammler' und einige neue Skulpturen zeigen. Claude Wall ironisiert in seinem Werkblock 'Ich und die Anderen' die Gleichzeitigkeit verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen. Auch er wird für die Ausstellung eine neue Arbeit entwickeln.

Als Genie der ironischen Improvisation wird John Bock mit einer aktuellen Video- und Rauminstallation vertreten sein. Von Shannon Bool zeigen wir 'Girl interrupted', eine Tanzstange mit Tannenzapfen, sowie einen aufwändig geknüpften Pubrunner-Carpet. Mark Dion ist zum Thema zerstörten Naturidyllen mit nahezu sämtlichen Skulpturen aus der Werkreihe 'The Tar Museum' vertreten. Ragnar Kjartansson wird mit einem Video mit einer erschöpfenden Gesangsperformance dabei sein. Peter Land zeigt aus seiner Serie der ironisierten Kindheitsidyllen die Brunnenskulptur 'Snapshot'. Ahmet Ögüt wird seine ironische Slide-Projection 'Somebody Else's Car' zeigen. Sener Özmen ironisiert mit dem Video 'Road to Tate Modern' die Bedeutung zeitgenössischer Kunst."
(Pressetext: Kunstpalais Erlangen)

 
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Web: http://www.kunstpalais.de

Öffnungszeiten

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Mi 10 – 20 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene: 4 Euro

Ermäßigt: 2 Euro

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