22.06.2011 - 03.09.2011
Froschbärfant und andere Tiere in der Kunst
"Viele Tiere von Affen bis Ziegen
Tierdarstellungen sind in der Kunst präsent, seitdem
es Kunst gibt. Es gibt neben der harmonischen auch die tödliche Nähe zum Tier:
Wir lieben Tiere als Haus- und Lebensgenossen, aber Tiere stehen auch auf
unserem Speiseplan. Wir benutzen sie und zeigen in unserem Verhalten ihnen
gegenüber nicht unbedingt die Vernunft, die uns angeblich von ihnen unterscheidet.
Tiere als treue Gefährten des Menschen (Haustiere),
als Partner und 'Werkzeug' wie Pferde, aber auch Tiere als Nahrungsmittel – all
das ist zu sehen, ordentlich nach Tiergattungen gruppiert, so wie auch im Katalog,
der mit Hunden, Pferden und Katzen beginnt, über Wildtiere wie Löwen, Tiger und
Zebras zu weiteren Haustieren und Geflügel bis zu Wassertieren alles abbildet,
was im Traklhaus zu sehen ist.
Die Ausstellung beansprucht jedoch weder zoologische noch
künstlerische Vollständigkeit. Es können auch nicht alle bedeutenden, lebenden
Künstler, die sich viel mit dem Thema auseinandergesetzt haben, vertreten sein
– der Raum der Salzburger Landesgalerie (mit dem Hof des Traklhauses) und
unsere finanzielle Situation sind der Rahmen und die Begrenzung; aber 133
Arbeiten, die seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts bis 2011
entstanden sind, von 109 Künstlerinnen und Künstlern aus Salzburg, Österreich,
Europa, Amerika und Asien, und über 50 Tierarten und Gattungen sind jedoch für
uns wirklich ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis.
Eine wissenschaftliche Aufarbeitung ist zum Glück
nicht unsere Aufgabe und bei solchen Themen in der Kunst eigentlich nicht
möglich; das ist das Positive an diesen selbstdefinierten Kriterien: Es geht um
Tiere in Kunstwerken – zum einen um „richtige“, echte Tiere und zum anderen um
von Künstlern erfundene Kreaturen, Fantasiegeschöpfe (von Gelitin bis Fischli
und Weiss).
In erster Linie wurden Arbeiten ausgesucht von Künstlern, die sich viel und variationsreich mit Tieren beschäftigt haben; aber es gibt auch Ausnahmen, wie zum Beispiel Antony Gormley, der fast ausschließlich den menschlichen Körper, hauptsächlich seinen eigenen, thematisiert. Sein Hund ist in der für ihn typischen Arbeitsweise aus Metallkugeln gebaut.
So wie in den Jahrtausenden seit der Höhlenmalerei behandeln
auch die Künstler/innen dieser Ausstellung Tiere in einem unterschiedlichen
Spektrum: Sie wollen manchmal die Idylle einer heilen Welt zeigen (Schafe auf
der Weide, der wachende Hund vor seiner Hütte, pickende Hühner …), den
dargestellten Tieren große Bedeutung, Wichtigkeit, Bedrohung und Macht verleihen
(der Tiger von Max Klinger oder die Spinne von Louise Bourgeois, Peter Koglers
Ameisen …), Ironie und Witz ausdrücken (von Siegfried Anzinger über Paul Flora
bis zu Erwin Wurm) oder das Leiden der Tiere, für das der Mensch verantwortlich
ist, zeigen (der kleine Löwe hinter Gittern von William Kentridge oder die mit
einem Tuch zusammengebundenen Hähne im Video von Anna Jermolaewa).
Das Tier als reines Nahrungsmittel, in essbarer
Verarbeitung, haben wir vor zwei Jahren in unserer Ausstellung 'Mahlzeit'
gezeigt und deshalb, wie auch Stillleben mit toten Tieren, weggelassen.
Wie in den anderen thematischen Ausstellungen der Galerie
im Traklhaus werden Arbeiten renommierter Künstlerpersönlichkeiten mit Werken
von jüngeren Kunstschaffenden und Salzburgern kombiniert. Ich habe wieder
Kunstwerke von Künstlern, mit denen in den vergangenen Jahrzehnten
zusammengearbeitet wurde, ausgesucht – fast alle vertretenen lebenden
Künstler/innen waren bereits mehrmals im Traklhaus präsent. Danke, dass mir seltene
Schätze und Frühwerke geborgt wurden. Es wurde wieder auf eine Vielfalt von
Techniken Wert gelegt, von Malerei und Graphik – diesmal eindeutig der
Schwerpunkt – über Fotografie und Video (vor allem kürzere Filme, die der Betrachter
in so einer umfangreichen Gruppenausstellung auch anschauen kann) und
zahlreiche Skulpturen und Objekte (viel aus textilen Materialien, und auch die Keramik wurde integriert).
Im Hof des Traklhauses werden eine mehr als fünf Meter hohe,
aufblasbare Hühnerfigur der Salzburger Künstlergruppe bildkombinat bellevue und
ein Hund aus Kunststoff mit seiner viel zu kleinen Hütte von Sebastian
Weissenbacher aufgestellt. Sogar das WC neben dem Studio-Raum ist mit
einbezogen, um 'im passenden Ambiente' Judith Pichlmüllers Kakalaken-Video zu
präsentieren.
Die meisten Arbeiten zeigen wirklich nur Tiere, wenig
Mensch und Umgebung.
Es ist eine dichte, abwechslungsreiche Ausstellung, die durch die Qualität der einzelnen Werke wirkt. Sie soll begeistern, zum Schmunzeln und vielleicht auch zum Nachdenken anregen."
(Pressetext: Galerie im Traklhaus)
Waagplatz 1a
5020 Salzburg
Tel: +43 (0) 662 / 804 221 49
Fax: +43 (0) 662 / 804 221 3078
Web: http://www.salzburg.gv.at/themen/ks/kultur/traklhaus
Öffnungszeiten
Di - Fr 14 - 18 Uhr
Sa 10 - 13 Uhr

