08.07.2011 - 03.10.2011

Political Patterns | Ornament im Wandel

"Political Patterns – Ornament im Wandel ist die dritte Ausstellung der Reihe Kulturtransfers der ifa-Galerien Berlin und Stuttgart. Die Reihe thematisiert die wechselseitige Beeinflussung verschiedener Kulturen, die sich in gesellschaftlichen Normen, eingebürgerten Formenwelten und künstlerischen Äußerungen ebenso niederschlägt wie in politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen. Im Fokus der vom 8. Juli bis 3. Oktober in der ifa-Galerie Berlin gezeigten Ausstellung steht der Wandel der Kunstform des Ornaments in der heutigen, globalisierten Welt. Mit Ornament im Wandel begeht die 1991 gegründete ifa-Galerie Berlin ihr 20-Jähriges Jubiläum.

Von der orientalisch geprägten Formenwelt des Ornaments ging für Europa schon immer eine große Faszination aus. Die sich regelmäßig wiederholenden Muster sind in den Kulturen der Welt eine Konstante durch alle Zeiten und Räume. Jede Epoche hat ihre spezifischen Ornamente ausgebildet und auch heute können wir einen deutlichen Wandel für Sinn und Zweck der Verwendung des Ornamentes in der Kunst feststellen, wie die von Sabine B. Vogel kuratierte Ausstellung demonstriert.

Aktuell vermittelt das Ornament in seiner dekorativen Anmut nur mehr vordergründig Schönheit und Harmonie. Tatsächlich dient es dazu, politische Standpunkte zu transportieren und brisante Inhalte mitzuteilen. Dieses Spielen mit der scheinbaren Harmlosigkeit macht die politischen Aussagen und Intentionen der Künstlerinnen und Künstler in aller Schärfe deutlich. Durch den Akt des Erkennens, dass es sich nicht um etwas Schönes und Dekoratives handelt, wird der Betrachter aufgerüttelt und auf gesellschaftliche und politische Verhältnisse hingewiesen.

Künstlerinnen und Künstler

In Parastou Forouhars (Teheran/Frankfurt) Werken zeigt das Ornament als übergeordnetes Ganzes seine totalitäre Kehrseite, dessen Muster nicht von Schönheit erzählen, sondern von Folter. Auch in Adriana Czernins (Sofia/Wien) Bildern wird die Gleichmäßigkeit zum Bedrohlich-Zwanghaften sichtbar, die typisch ineinander geschlungene Form der Arabeske verwandelt sich in Stacheldraht.

Die Paisley-Muster in Aisha Khalids (Lahore) 'Paschmina-Schal' sind aus tausenden von Stecknadeln gestochen, die auf der Rückseite spitz herausstehen. Imran Qureshi (Lahore) verbindet die traditionelle Sprache der Miniaturmalerei mit den tödlichen Ereignissen unserer Zeit, wenn er die rote Farbe wie Blut über das Blatt verspritzt und darüber feine, florale Ornamente malt, die Tod mit Leben und Gewalt mit Hoffnung verbinden. Zena El Khalil (Beirut) konfrontiert in ihren Bildern die Allgegenwart von Soldaten und Waffen mit arabesken Mustern.

Abdulnasser Gharem (Jeddah) platziert bewaffnete Soldaten mitten in eine Welt aus Ornamenten, die in ihrer Anordnung an die Kuppel einer Moschee erinnern. Philip Taaffe (New York) dagegen bedient sich des immensen Fundus’ an weltweiten Ornamenten und mischt sie in- und übereinander in seinen psychodelischen Bildern. Auch Doris Bittar (USA) arbeitet bei ihrem Musikinstrument 'Dolcimoon' mit der Vermischung von Mustern, in dem aztekische, chinesische und arabische Kultur zusammenkommen und das einen märchenhaften Klang in den Ausstellungsraum bringt. Ihre 'Security Maps' sind Collagen aus jenen Mustern, die für Sicherheits-Briefkuverts benutzt werden – denn gerade in den einst so friedlichen Ornamenten spiegeln sich heute politische und gesellschaftliche Ängste und Veränderungen unserer globalen Welt wider. "
(Pressetext: ifa-Galerie)

 
Vernissage am 07.07.2011 ab 19:00 Uhr
ifa-Galerie Berlin
ifa-Galerie Berlin

ifa-Galerie Berlin

Linienstraße 139/140

10115 Berlin

Tel: +49 (0) 30 / 22 67 96 16

Fax: +49 (0) 30 / 22 67 96 18

Web: http://www.ifa.de

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