Schweizer Museum

Kunstmuseum Bern verkauft Immobilien des Kunstsammlers Gurlitt

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Einen Teil des Erbes des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt macht das Kunstmuseum Bern zu Geld

Zur Begleichung der Finanzierung von Rechtsstreitigkeiten rund um den Fall kämen die Wohnung des Sammlers in München und sein Salzburger Haus auf den Markt, bestätigte der Vizepräsident des Museums, Marcel Brülhart, am Dienstag. Auch der Verkauf von Bildern aus dem Nachlass werde nicht ausgeschlossen. Das Museum wolle möglichst keine eigenen Mittel zur Abwicklung des Erbes der millionenschweren Sammlung aufbringen. "Ob das hinterlassene Vermögen zur Deckung der Kosten ausreicht, ist im Moment noch nicht definitiv abschätzbar", so Brülhart. Zuerst hatte die "Berner Zeitung" darüber berichtet.

Bislang sind laut Museum Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Franken (2,3 Millionen Euro) aufgelaufen. Der Kunstsammler hatte seine umfangreiche, aber mit Raubkunstverdacht behaftete Sammlung nach seinem Tod 2014 überraschend dem Kunstmuseum Bern vermacht. Gurlitts Cousine hatte das Testament vor Gericht angefochten.

In Gurlitts Wohnung und seinem Haus waren 2012 rund 1500 Kunstwerke beschlagnahmt worden. Deutschland hat sich verpflichtet, alle Werke zurückzuerstatten, die ihren Besitzern einst von den Nazis geraubt oder ihnen abgepresst wurden. In das Schweizer Museum werden nur Werke überstellt, die nach einer Überprüfung nicht als Raubkunst gelten.

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