Eröffnungsschau für verstorbene Galeristin Barbara Weiss

Niedersächsisches Schloss Derneburg wird Privatmuseum

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Niedersachsen bekommt ein neues Museum mit hochkarätiger Kunst. Zum Auftakt kuratiert der Galerist Leo Koenig eine rein weiblich besetzte Ausstellung – eine Hommage an die kürzlich verstorbene Galeristin Barbara Weiss

Wie die Hall Art Foundation am Donnerstag in New York mitteilte, öffnet das Schloss Derneburg Museum am 1. Juli für angemeldete Besucher. Es liegt südlich von Hildesheim.

Angekündigt wurden Ausstellungen mit Werken von Julian Schnabel, Antony Gormley, Barry Le Va, Malcolm Morley und Hermann Nitsch. Zu Ehren der kürzlich verstorbenen Berliner Galeristin Barbara Weiss, die für Frauen in der Kunst eingetreten sei, werde die Auftaktschau "Für Barbara" mit über 90 Werken von Künstlerinnen bestückt sein. Kurator sei Leo Koenig, teilte die Hall Art Foundation mit. Der Deutsche betreibt gemeinsam mit seiner Frau in New York die Galerie Koenig & Clinton. Er ist der Sohn des Kurators und langjährigen Museumsdirektors Kasper König, der mit Barbara Weiss verheiratet war.

Die Hall Art Foundation wurde 2007 von den amerikanischen Kunstsammlern Andrew und Christine Hall gegründet. Barbara Weiss sei eine Freundin des Paars gewesen und habe den Erwerb vieler Werke von Künstlerinnen angeregt. "Mit dieser Ausstellung" , schreibt Leo Koenig, "feiern wir eine Frau, die subtil den Status Quo in Frage stellte, indem sie Ideen verwirklichte, die revolutionär anmuteten, wären sie von einer anderen Person präsentiert worden. Doch das Radikale war bei Barbara eine Alltäglichkeit, weil sie es als fundamental präsentierte."

Das fast 1000 Jahre alte Schloss Derneburg im Landkreis Hildesheim war von 1976 bis 2006 das Zuhause und Atelier des deutschen Malers und Bildhauers Georg Baselitz. Nachdem Andrew Hall das Schloss gekauft hatte, zogen sich die aufwendige Sanierung und der Umbau über Jahre hin.

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