"Paradise Papers"

Museen und Uni betonen transparente Finanzierung

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Vormals geheime Daten werfen Licht auf Steuervermeidung in großem Stil. Zwei renommierte Einrichtungen in Mannheim und Heidelberg sehen sich nicht in der Schusslinie

Im Zusammenhang mit den "Paradise Papers" haben die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim und die Universität Heidelberg betont, die Finanzierung der Einrichtungen seien korrekt verlaufen. "Die Vermutung, dass die Curt-Engelhorn-Stiftung für die Reiss-Engelhorn-Museen aus Steuerhinterziehungsmitteln finanziert worden sei, ist eine Falschannahme", sagte der Vorstandsvorsitzende der Curt-Engelhorn-Stiftung, Alfried Wieczorek, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Heidelberg Center for American Studies (HCA) der Universität Heidelberg teilte mit, die Einrichtung sei für die "bedeutende und kontinuierliche Unterstützung" dankbar.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte an ein Steuerstrafverfahren gegen die Töchter des Pharmaunternehmers Curt Engelhorn (1926-2016) erinnert. Sie sollen laut den damaligen Vorwürfen der Ermittler 440 Millionen Euro Schenkungssteuer hinterzogen haben, nachdem Engelhorn ihnen über ausländische Trusts ein Vermögen zukommen gelassen hatte. Die bayerischen Finanzbehörden einigten sich in einem 2015/2016 ausgehandelten Deal mit den Töchtern auf eine Steuernachzahlung von 145 Millionen Euro. Laut SZ sollen die "Paradise Papers" zeigen, dass der Familie weitere Trusts oder Briefkastenfirmen zuzuordnen seien.

"Im Laufe der Jahre hat Curt Engelhorn über die Angel Foundation etwa 25 Millionen Euro Stiftungskapital der Mannheimer Museumsstiftung zur Verfügung gestellt", teilte Alfried Wieczorek mit. "Die Curt-Engelhorn-Stiftung (...) verfügt über keinerlei andere Kontakte zur Angel Foundation", betonte er. Als Folge der Berichte fürchte er einen Imageschaden für das Museum, sagte Wieczorek - zum Beispiel weniger Sponsoren und belastete Beziehungen zu Partnern. "Was mir bei der ganzen Diskussion vergessen wird, ist, dass die 25 Millionen Euro der Curt-Engelhorn-Stiftung der Allgemeinheit zugeflossen sind."

Das Heidelberg Center for American Studies (HCA) der Universität Heidelberg wird nach eigenen Angaben seit 2004 über die Angel Foundation mit Sitz in Mannheim "großzügig in Forschung und Lehre gefördert". "Zu neuen Vorwürfen gegen das Ehepaar oder die Familie Engelhorn können wir keine Stellung beziehen", teilte Sprecherin Marietta Fuhrmann-Koch am Dienstag auf Anfrage mit.

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