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Mahnmal gegen den Krieg

Tumulte bei Einweihung von Bus-Skulptur in Dresden

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Bei der Einweihung der aus drei senkrecht aufgestellten Bussen bestehenden Monumentalskulptur des syrisch-deutschen Künstlers Manaf Halbouni vor der Dresdner Frauenkirche kam es zu lautstarken Protesten gegen das öffentliche Kunstwerk.

Mehr als 100 Demonstranten hatten sich nach Angaben der "Sächsischen Zeitung" am Dienstagmittag auf dem Neumarkt versammelt. Die Polizei habe Personen des Platzes verwiesen, mehrere Menschen skandieren lautstark "Schande, Schande" und störten die Rede des Oberbürgermeisters Dirk Hilbert (FDP).

Die Skulptur, die für zwei Monate in Dresden stehen wird, ist seit längerem umstritten. OB Hilbert wurde nach Angaben der "Sächsischen Zeitung" ein Missbrauch der Kunstfreiheit vorgeworfen, er sei beschimpft und bedroht worden, seine Wohnung werde seither von der Polizei geschützt. Hilbert habe sich mehrfach mit klaren Worten zum Gedenken rund um die Zerstörung der Stadt durch Luftangriffe am 13. Februar 1945 positioniert und vor einem 'Opfermythos' gewarnt.

Der 32-jährige Künstler Manaf Halbouni, Sohn einer Dresdnerin und eines syrischen Vaters, floh vor neun Jahren aus seinem Heimatland vor dem Militärdienst in die Heimatstadt seiner Mutter. Mit der Skulptur will er eine Verbindung schaffen zwischen dem Kriegsgedenken in Dresden und dem aktuellen Krieg in Syrien: Senkrecht aufgestellte Buswracks dienen im syrischen Bürgerkrieg als Barrikaden, um Stadtteile vor Angriffen zu schützen.

Auch am gestrigen Montag soll es laut "Sächsischer Zeitung" nach einer Pegida-Demonstration zu Protesten vor dem Mahnmal gekommen sein. Die Zeitung veröffentlichte auch ein Video, das zeigt, wie Sachsen Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Dienstag mit Demonstranten ins Gespräch kommen will:

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