Neue Ära

Reinhard Spieler wird neuer Direktor des Sprengel-Museums

ANZEIGE

Hannover (dpa) - Der Kunsthistoriker Reinhard Spieler wird neuer Direktor des Sprengel Museums Hannover. Der 48-Jährige tritt im kommenden Jahr die Nachfolge von Ulrich Krempel an, der am 31. Januar 2014 in den Ruhestand geht. Spieler steht seit 2007 an der Spitze des Wilhelm-Hack-Museums in Ludwigshafen am Rhein. Zuvor war er Gründungsdirektor des Museums Franz Gertsch im schweizerischen Burgdorf. Das Sprengel Museum gilt als eines der führenden Museen für zeitgenössische Kunst. Seine Sammlung mit dem Schwerpunkt der Klassischen Moderne ist international bedeutend. Derzeit bekommt das Haus für rund 28,5 Millionen Euro einen Erweiterungsbau.

   Es sei ein großes Privileg, mit einer so bedeutenden Sammlung zu arbeiten, sagte Spieler am Dienstag in Hannover. Ulrich Krempel und sein Team hätten das Sprengel Museum in den vergangenen 20 Jahren zu einer Marke gemacht. «Die Voraussetzungen, das Haus in eine neue Ära zu führen, sind fantastisch.» Der künftige Direktor kündigte an, das Museum zu öffnen und an einer Willkommenskultur zu arbeiten. «Für mich ist Museum auf keinen Fall ein elitärer Elfenbeinturm.» Spieler schrieb seine Doktorarbeit über Max Beckmann und lehrte neben seiner Kuratorentätigkeit unter anderem an der Kunstakademie Düsseldorf.

   Die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen wählten den 48-Jährigen mit Hilfe einer Expertenkommission aus 50 Bewerbern aus. Die niedersächsische Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne) betonte, Spieler sei ein Mann für ungewöhnliche Ausstellungen, der neue Publikumsschichten erreichen werde. Bei der Wiedereröffnung des Wilhelm-Hack-Museums nach einer umfangreichen Sanierung machte er mit der Ausstellung «alles» auf das Haus aufmerksam. Präsentiert wurde die komplette, knapp 10 000 Werke umfassende Sammlung.

   Seine Ideen für Hannover wollte der in Oberbayern aufgewachsene Museumsmann noch nicht verraten. «Sie können davon ausgehen, dass wir schlagkräftig eröffnen werden», sagte er schmunzelnd auf die Frage nach seinem Start im nächsten Jahr.

Weitere Artikel aus Interpol