Preview-Woche

10 Sätze, die man auf der Venedig-Biennale immer sagen kann

Der Besuch der Biennale in Venedig verlangt einige Smalltalk-Skills
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Der Besuch der Biennale in Venedig verlangt einige Smalltalk-Skills

An den Preview-Tagen der Venedig-Biennale treffen viele Menschen aufeinander, die sich wenig zu sagen haben. Mit diesen Sätzen fallen Sie bei einem Smalltalk nicht weiter auf

"Mögest du in interessanten Zeiten leben", lautet das Motto der Venedig-Biennale in diesem Jahr, was angeblich ein chinesischer Fluch ist, aber angesichts der vielen Smalltalks der Preview-Woche in der Lagunenstadt wie eine Verheißung erscheint: Ach, würde man doch in interessanteren Zeiten leben! Tausende akkreditierte Journalisten, Kuratoren und andere "Professionals" stolpern an drei Tagen durch Hauptausstellung, Länderpavillons und sogenannte Kollateral-Events – und nehmen sich gegenseitig die Sicht auf die Kunst. Da man sich seit der Frieze New York vergangene Woche nicht gesehen hat und sich vielleicht erst zur Art Basel im Juni wiedertreffen wird, und da alle so schrecklich viel zwischen jeder Kunst-Hadsch erleben, gibt es immer Redebedarf. Was sich ungefähr so anhört:

"Ach, hi!"

"Na, seit wann seid ihr da?"

"Und, schon viel gesehen?"

"Irgendwelche Highlights?"

Dann lobt man einfach einen Pavillon, den alle anderen auch loben. In diesem Jahr zeichnet sich der französische als Everybody’s Darling ab.

Falls Sie aber mal Ihren Text nicht dabei haben, hier sind zehn weitere Sätze, die in der Preview-Woche immer gehen:

  1. Ich komme im Herbst noch mal wieder und schaue es mir in Ruhe an.
  2. Also ich wohne immer gern ein bisschen abseits, wo noch echte Venezianer sind.
  3. Geht es hier zum Pavillon von Bosnien-Herzegowina?
  4. "Mögest du in interessanten Zeiten leben" ist in Wirklichkeit gar kein chinesischer Fluch.
  5. War hier gestern nicht noch eine Brücke?
  6. Ist ja eh eine reine Verkaufsausstellung.
  7. Selbst wenn die Biennale blöd ist, ist man immerhin in Venedig, während man bei der Documenta dann in Kassel ist.
  8. Ist gestern ein bisschen länger geworden.
  9. Das Konzept der Länderpavillons ist ja eigentlich nicht mehr zeitgemäß.
  10. Na, wir laufen uns sicher noch öfter über den Weg.

Wer etwas tiefer einsteigen will, kann auch den Sinn von Großausstellungen überhaupt in Frage stellen, aber das würde schon ganz schön weit gehen. Es ist ein bisschen wie Silvester: Jeder zweifelt dran, feiert dann aber doch mit – und am Ende war es natürlich wieder super.