Monopol-Podcast "Kunst und Leben"

100 Jahre Bauhaus Dessau

Das Bauhausgebäude in der Gropiusallee in Dessau
Foto: dpa

Das Bauhausgebäude in der Gropiusallee in Dessau

Im Monopol-Podcast "Kunst und Leben" geht es um das Bauhaus, modulare Bauweisen, Materialien wie Glas und Beton – und wie Gestaltung Alltag und Zukunft prägt

Wie prägen Materialien unser Leben – und wie sollten Räume gestaltet sein, damit wir uns wirklich wohlfühlen? Diese Fragen standen schon vor über 100 Jahren im Zentrum des Bauhauses. Walter Gropius und Henry van de Velde wollten damals eine Verschmelzung von Kunst und Alltag schaffen. Am 28. März erreichen die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses in Dessau ihren Höhepunkt. Die Hauptausstellungen "Glas | Beton | Metall" und "Algen | Schutt | CO₂" beschäftigen sich mit den Materialien, die das Bauhaus besonders gemacht haben. "Es wird konkret, denn wir wollen den Bauhaus an die Substanz nehmen", sagt Barbara Steiner im Monopol-Podcast "Kunst und Leben". Die Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau erzählt, wie Glas, Beton und Metall nicht nur Architektur, sondern auch das Lebensgefühl der Menschen veränderten: "Das Bauhausgebäude strahlte Licht aus – tagsüber und nachts. Es war ein Signal für die neue Zeit."

Die Grundidee des Bauhauses war radikal: Kunst, Design und Architektur bilden ein Gesamtkunstwerk, bei dem kein Bereich eine Hierarchie hat. "Alles läuft am Ende auf die Architektur hinaus", so Steiner. Das bedeutete auch, dass Studierende in den Vorkursen Materialien praktisch erforschten, Webstoffe entwarfen oder Geschirr gestalteten – um ein Gespür dafür zu entwickeln, wie Handwerk, Industrie und Ästhetik zusammenwirken.

Neben den historischen Bauten interessiert die Jubiläumsausstellung auch der Weg der Materialien: Woher kommt der Sand für das Glas, wie wird Metall verarbeitet, wie beeinflusst das industrielle Arbeiten Landschaft und Ressourcen? "Die Vernetzungen waren schon damals global. Für Beton oder Stahl brauchte man Rohstoffe aus verschiedenen Regionen Europas und darüber hinaus", erklärt Steiner. Zugleich zeigen die Ausstellungen, wie Bauhaus-Ideen in der Gegenwart weiterwirken, etwa bei nachhaltigem, CO₂-armen Bauen und Recycling: "Es geht nicht nur um das Neue, sondern um den Umgang mit dem, was schon existiert – und wie wir damit kreativ umgehen können."

"Wie ein Fest"

Die Podcast-Folge von "Kunst und Leben" beleuchtet nicht nur Technik und Materialien, sondern auch die sozialen Aspekte des Bauhauses. Frauen hatten vergleichsweise gleichberechtigt Zugang zu den Werkstätten, es gab Theateraufführungen, Partys und ein lebendiges Miteinander. Monopol-Chefredakteurin Elke Buhr beschreibt es so: "Man kann sich richtig vorstellen, dass das Bauhaus abging wie ein Fest, mit Kostümen von Schlemmer und Aufführungen, die alle mit einbezogen haben."

Wer also wissen will, wie das Bauhaus Menschen, Architektur und Materialien zusammenführte, wie es unsere Lebensräume bis heute prägt und welche Lehren für nachhaltiges Bauen wir heute ziehen können, sollte in diese Folge reinhören. Wir führen durch die Geschichte, Ideen und Experimente des Bauhauses, von den Meisterhäusern in Dessau bis zu aktuellen Ansätzen für die Zukunft des Bauens.

"Kunst und Leben" ist ein Monopol-Podcast in Kooperation mit Detektor.FM und wird von Sara-Marie Plekat moderiert. Zweimal im Monat geht es um alles, was die Kunstwelt bewegt – von Künstlerinnen und Kuratoren bis hin zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. Die aktuelle Folge finden Sie auch direkt hier: