11. Ausgabe

Berlin Biennale gibt neues Kuratorinnen-Team bekannt

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Die elfte Ausgabe der Berlin Biennale wird von einem generationsübergreifenden Team kuratiert, das seinen Schwerpunkt bislang in Lateinamerika hatte

Die zwischen 1961 und 1985 geborenen María Berríos, Renata Cervetto, Lisette Lagnado und Agustín Pérez Rubio verfolgen interdisziplinäre Ansätze: So widme sich die 1978 in Santiago de Chile geborene María Berríos als freie Kuratorin, Autorin und Soziologin den Schnittstellen von Kunst, Kultur und Politik. Ein besonderer Fokus ihrer Arbeit liege auf den gemeinschaftlichen Experimenten der "Dritte-Welt-Bewegung", die sich während des Kalten Krieges aus dem Willen bildete, sich von dem NATO-Bündnis auf der einen Seite und den kommunistischen Mächten auf der anderen abzugrenzen, sowie auf den daraus hervorgegangenen Ausstellungsformaten der 60er- und 70er-Jahre.

In der Arbeit der 1985 in Buenos Aires geborenen Renata Cervetto geht es viel um den Vermittlungscharakter und -anspruch in künstlerischen Praktiken, hauptsächlich in Bezug auf Performances. Neben ihrer kuratorischen Tätigkeit forscht sie zudem zu Vermittlungsstrategien und Diskussionsansätzen in der künstlerischen Praxis, beispielsweise in Bezug auf die pädagogischen Programme der Biennalen von Mercosil und São Paulo und in ihrer derzeitigen Forschungsfrage nach Möglichkeiten der Förderung des Selbstbewusstseins durch pädagogisch-poetische Übungen.

Die 1961 in Kinshasa geborene Wissenschaftlerin, Kunstkritikerin und freie Kuratorin Lisette Lagnado setzt mit ihrer Arbeit einen Fokus auf menschliches Zusammenleben und Strategien der Gestaltung von öffentlichem Raum – Themen, denen sie sich in Zusammenarbeit mit Soziologen und Architekten widmet. Neben ihrer kuratorischen Arbeit gründete sie das in São Paulo ansässige Projekt Leonilson, für das sie den Nachlass Künstlers José Leonilson verwaltet, gemeinsam mit Freunden und dessen Familie.

Der 1972 in Valencia geborene Augustín Pérez Rubio widmet sich in seiner kuratorischen Arbeit vor allem Genderfragen und feministischen Thematiken sowie der Sprache, Architektur, Politik und postkolonialen Perspektiven. Der ehemalige künstlerische Leiter des Museums für lateinamerikanische Kunst in Buenos Aires und Direktor des Museums für zeitgenössische Kunst von Kastillien und Léon kuratierte bereits zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen und wurde jüngst zum Kurator des chilenischen Pavillons für die kommenden Venedig Biennale 2019 ernannt.  

Das Team identifiziere sich als weiblich, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und organisiert von dem Kunst-Werke e.V. Die Kommission für die Auswahl der Kuratorinnen bestand dieses Mal aus Doryun Chong (stellvertretender Direktor und Chefkurator von "M+", Hongkong), Adrienne Edwards (Engell Speyer Family Curator und Kuratorin für Performance am "Whitney Museum of American Art", New York), Reem Fadda (freie Kuratorin, Ramallah), Solange O. Farkas (Direktorin und Kuratorin der "Associação Cultural Videobrasil", São Paulo), Omer Fast (Künstler, Berlin), Krist Gruijthuijsen (Direktor der "KW Institute for Contemporary Art", Berlin) und Miguel A. López (Co-Direktor und Chefkurator von "TEOR/éTica", San José).

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