Kunst als Therapie

Ärzte in Montreal können Besuche in Kunstmuseum verschreiben

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Eine Gruppe von Ärzten im kanadischen Montreal kann Patienten zu therapeutischen Zwecken künftig Besuche im Kunstmuseum verschreiben

Nach Angaben des Montreal Museum of Fine Arts und der Ärztevereinigung Médecins francophones du Canada (MdFC), die das Projekt gemeinsam ins Leben gerufen habe, ist es das erste seiner Art weltweit. Mit den Verschreibungen sollen Museumsbesuche für "Tausende Patienten mit einer Vielzahl an körperlichen und geistigen Beschwerden" zugänglich werden.

Ärzte, die der Vereinigung MdFC angehören, können in der Pilotphase ab 1. November zunächst 50 Verschreibungen ausstellen. Eine Verschreibung beinhaltet den Besuch im MMFA für bis zu zwei Erwachsene und zwei Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren. Der Eintritt kostet sonst umgerechnet bis zu 15 Euro pro Person.

Es gebe immer mehr wissenschaftliche Belege für den Nutzen von Kunsttherapie, sagte MdFC-Vizepräsidentin Hélène Boyer der "Montreal Gazette". Ein Museumsbesuch könne etwa die Menge des Glückshormons Serotonin steigern. Aber auch für Patienten in der Palliativmedizin, Menschen mit Diabetes und chronisch Kranke gebe es Vorteile.

Das MMFA ist das größte Kunstmuseum des Landes und beherbergt unter anderem Werke von Auguste Renoir, Edgar Degas, Rembrandt und El Greco. Auf der Website heißt es, dass Kunst einen positiven Effekt auf die "körperliche und geistige Gesundheit und das menschliche Wohlergehen" habe.

In Therapieeinrichtungen in Europa gehören kreative Tätigkeiten wie Malerei oft zum Standardprogramm. Vereinzelt gab und gibt es auch Museumsangebote für Demenzkranke, etwa im Frankfurter Städel-Museum, im Kunstmuseum Bonn und im Lehmbruck Museum in Duisburg.

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