Die Jury lobte das Haus unter Leitung von Kathleen Reinhardt (hier im Monopol-Porträt) für sein vorbildliches Programm, die kuratorische Sorgfalt und innovative Vermittlungsarbeit trotz begrenzter Mittel.
Die Ausstellung des Jahres 2025 ist "Fünf Freunde. John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Cy Twombly" im Museum Ludwig Köln und im Museum Brandhorst München (hier ein Monopol-Podcast zu der Schau). Sie zeige die enge künstlerische Verbindung der fünf Protagonisten und reflektiere zugleich die gesellschaftliche und politische Lage queerer Menschen in der McCarthy-Ära. Die Besondere Ausstellung 2025 geht an Małgorzata Mirga Tas’ Solo-Schau "Eine alternative Geschichte" im Kunstmuseum Wolfsburg, die historische Narrative dekonstruiert und neue Perspektiven eröffnet.
Auf der Versammlung wählte die AICA Deutschland einen neuen Vorstand: Carsten Probst ist Präsident, Sabine Maria Schmidt Vizepräsidentin. Ellen Wagner und Jeannette Brabenetz wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Diskussionsthema: Kunstfreiheit in Deutschland
Zentrales Diskussionsthema war die Kunstfreiheit in Deutschland. Podiumsgäste wie Nora Sternfeld (HFBK Hamburg) und Amelie Deuflhard (Kampnagel) betonten die Bedeutung offener Debattenräume und diverser Publikumsansprache. Probst warnte vor indirekten politischen Eingriffen, die die Unabhängigkeit von Kulturinstitutionen bedrohen.
Die AICA Deutschland vertritt rund 240 Kunstkritikerinnen und Kunstkritiker und ist Teil des internationalen Netzwerks mit über 5.000 Mitgliedern in 95 Ländern. Neben den Jahresauszeichnungen vergibt die Sektion seit 2024 den "AICA-Preis für Junge Kunstkritik", der in diesem Jahr an Steph Holl-Trieu geht, sowie das Stipendienprogramm "Anstoß".