Im Magazin "Vanity Fair" schreibt Autor Nate Freeman, dass der Bildhauer Alma Allen die USA auf der Biennale von Venedig 2026 vertreten soll – organisiert von der erst 2025 gegründeten American Arts Conservancy (AAC), deren Leitung enge Verbindungen zu Donald Trump pflege. Die AAC habe das Mandat direkt vom Außenministerium erhalten, nachdem das Auswahlverfahren auf Grundlage eines Bewerbungsportals verändert worden sei. Freeman schreibt, das Formular sei "radikal überarbeitet" worden, um sicherzustellen, "dass kein Künstler, der DEI-Initiativen unterstützt, gewählt werde". Damit sind Institutionen gemeint, die sich Diversität und Inklusion verpflichtet haben. Der Pavillon werde von Jeffrey Uslip kuratiert, einem AAC-Berater.
Alma Allen, der in Mexiko arbeitet, ist vor allem für Skulpturen zwischen Abstraktion und Figuration bekannt, die von Landschaften und natürlichen Materialien inspiriert sind. Seine Werke waren Teil der Whitney Biennale 2014 in New York und sind in mehreren Museumssammlungen vertreten. Eine größere institutionelle Schau in den USA hatte er jedoch bisher nicht. In Europa war seine Kunst unter anderem in der Galerie Mendes Wood DM und im Van Buuren Museum in Brüssel zu sehen.
Die Organisation National Endowment for the Arts (NEA), die sonst zentral für die Auswahl des US-Pavillons war, ist laut "Vanity Fair" in diesem Jahr nicht beteiligt gewesen. Wie genau und von wem der notorisch teure Auftritt in Venedig finanziert werden soll, ist laut Freeman noch unklar.
Pavillon im Kulturkampf
Die Wahl eines Künstlers, der keine vordergründig politischen Werke produziert, könnte zur Agenda der Trump-Regierung passen. Der US-Präsident polemisiert immer wieder gegen die vermeintlich "woke" Kulturszene und setzt Museen unter Druck. Seit 2017 war der US-Pavillon von Künstlerinnen und Künstlern bespielt worden, die sich dezidiert für die Rechte und Sichtbarkeit von Schwarzen und indigenen Menschen einsetzen: Mark Bradford, Martin Puryear, Simone Leigh und zuletzt Jeffrey Gibson.
Seit Monaten war über die Auswahl für die Venedig-Biennale 2026 spekuliert worden. So hatte unter anderem der Künstler Andres Serrano vorgeschlagen, sein Land mit einer Ansammlung von Trump-Devotionalien zu vertreten. Auch Curtis Yarvin, ein Vordenker der neuen Rechten in den USA, hatte sich ins Spiel gebracht.