Der Preis der Jürgen-Ponto-Stiftung und des Frankfurter Museums für Moderne Kunst (MMK) geht 2026 an Anaïs-Tohé Commaret (geboren 1992 in Vitry-sur-Seine, Frankreich). Die dreiköpfige Jury aus Susanne Pfeffer (Direktorin des MMK), Dirk Snauwaert (WIELS, Brüssel) und Ulrike Groos (Kunstmuseum Stuttgart) begründeten ihre Wahl für die Filmemacherin so: "In präziser Zeitgenossenschaft und mit großer Sensibilität zeigt Anaïs-Tohé Commaret in ihren filmischen Arbeiten eine junge Generation, die sich zwischen verschiedenen Realitäten und Kulturen an den gesellschaftlichen Rändern bewegt. Selbstbestimmt und selbstbewusst und zugleich auch getrieben, verunsichert und fragend agieren die Protagonist*innen. Ihre subjektiven Blickregime strukturieren die Erzählungen und führen durch eine ihnen fremde und aufgeladene Gegenwart. So entstehen vermeintlich generische Bildwelten mit dichten Szenerien über Zugehörigkeit, Identität und Klasse."
Vor der französisch-chilenische Preisträgerin lief 2023 bereits ein Kurzfilm auf der 75. Berlinale im Programm "Shorts". Im Frühjahr 2026 wird sie im Zollamt MMK in Frankfurt am Main ein neues Werk zeigen. Der Pontopreis MMK wird alle zwei Jahre vergeben und sieht zusätzlich zur Ausstellung ein Preisgeld von 10.000 Euro vor. Laut Stiftung hat er damit einen Gesamtwert von 150.000 Euro. Vorangegangene Preisträgerin waren unter anderem Cristelle Oyiri (2024) und Mire Lee (2022).
Französische Filmemacherin
Anaïs-Tohé Commaret bekommt den Pontopreis MMK 2026
Foto: © Anaïs-Tohé Commaret
Anaïs-Tohé Commaret "Because of (u)", Filmstill, 2024