Der Pauli-Preis (ehemals Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen) wird in diesem Jahr zum 50. Mal verliehen und gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Er wird alle zwei Jahre verliehen und würdigt "im deutschen Sprachraum lebende Künstler*innen für einen hervorragenden Beitrag zur jüngsten Kunst der Gegenwart", wie es in den Statuten heißt. Getragen wird der Preis von einem Stifterkreis, er ist mit 30.000 Euro dotiert.
Die Jury ehrt 2026 die Fotografin Annette Kelm, geboren 1975 in Stuttgart, die für ihre konzeptuellen Objektaufnahmen bekannt ist. In Bremen ist gerade ihre Serie "Die Bücher" zu sehen, für die sie Bände fotografiert hat, die im Nationalsozialismus
verbotenen und 1933 zum Teil öffentlich verbrannt wurden. "Die Arbeit überzeugt durch ihre Direktheit und konzeptuelle Stringenz", heißt es in der Jurybegründung zum Pauli-Preis. "Der unversehrte Zustand der dargestellten Bücher zeugt von der Unzerstörbarkeit der Gedanken und der Ideenwelten, die sie verkörpern. Die Ruhe, die das Werk in seiner seriellen Anlage ausstrahlt, steht im Gegensatz zu der brutalen Gewalt, mit der die Nationalsozialisten gegen die Bücher und ihre Verfasser*innen vorgingen, sie zu zerstören und auszulöschen versuchten."
Zusammen mit Annette Kelm waren Jan Albers, Christiane Baumgartner, Harry Hachmeister, Caroline Kryzecki, Phung-Tien Phan, Liesl Raff und Anike Joyce Sadiq für die Auszeichnung nominiert. Die öffentliche Preisverleihung findet am Dienstag, 15. September, ab 18 Uhr in der Kunsthalle Bremen statt. Die Ausstellung mit allen Nominierten ist noch bis zum 4. Oktober in der Kunsthalle zu sehen.