Neue Kunstmesse

Art Düsseldorf gestartet

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Die Kunstmesse Art Düsseldorf feiert Premiere. Viele sind begeistert

Die neue Kunstmesse Art Düsseldorf will den Kunstmarkt im Westen aufmischen. In den ehemaligem Fabrikhallen im Areal Böhler stellen seit Donnerstag fast 80 Galerien aus 21 Ländern aus. Die Messeleiter Andreas Lohaus und Walter Gehlen, die früher die Kölner Art Fair veranstalteten, stehen unter hohem Erfolgsdruck. Nicht nur, weil sie nach vielen Jahren wieder eine Kunstmesse im kunstaffinen Düsseldorf etablieren und damit der traditionsreichen und größeren Art Cologne die Stirn bieten. Sondern auch, weil mit gut 25 Prozent die Schweizer Messegesellschaft MCH an der Art Düsseldorf beteiligt ist. MCH veranstaltet auch die weltweit wichtigste Kunstmesse Art Basel. "Wichtig ist, dass wir hier einen guten Job machen", sagt Gehlen.

Für die Art Düsseldorf stellte sich die Aufgabe, eine Mischung aus regionalen und internationalen Galerien zu finden, für reiche Sammler, aber auch Neueinsteiger Kunst zu bieten. So kann man auf der Messe Werke für rund 1000 Euro kaufen, aber auch ein Gemälde des chilenischen Malers Roberto Matta für 2 Millionen Euro bei Die Galerie.

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"The Cantrarian" (1945) von Roberto Matta

Nein, die Art Cologne und die Art Düsseldorf kannibalisierten sich nicht, sagt Gehlen. "Es ist nicht so, dass ein rheinischer oder regionaler Sammler nur einmal im Jahr Kunst kauft und dann wartet, bis im nächsten Jahr wieder etwas passiert." Der nächste Termin für die Art Düsseldorf im kommenden November steht jedenfalls schon fest.

Über die Hälfte der Galerien auf der Art Düsseldorf kommen aus Deutschland und den Beneluxstaaten und verankern die Messe damit regional. Aber auch ein Schwergewicht des internationalen Kunstmarkts wie David Zwirner aus New York ist dabei. Unter anderem bietet Zwirner eine Nofretete mit Sonnenbrille von Isa Genzken an. Noch teurer aber ist das wandregalähnliche Objekt des Minimal Art-Künstlers Donald Judd - 850 000 Euro erfährt man auf Anfrage.

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Preisschilder stehen bei Zwirner nicht an den Werken. Zwirner-Direktorin Veronique Ansorge sagt über die neue Messe: "Die Ideen hören sich hier frischer an." Zwirner setze aber auch weiterhin auf die Art Cologne. Ein "Entweder-Oder" gebe es für die New Yorker Galerie nicht.

Der Kölner Galerist Markus Lüttgen setzt schon allein mit seinem Doppelstand mit der Düsseldorfer Galerie Van Horn auf gute Nachbarschaft. Er bietet zum Beispiel einen an der Wand hängenden Flokati-Teppich mit Brandlöchern der US-Künstlerin Anna Betbeze für 18 000 Euro an. "Ich probiere gern neue Messeformate aus", sagt Lüttgen. Die Art Cologne habe er sich dieses Jahr geschenkt.

Der Kölner Galerist Thomas Zander ist überzeugt vom "unaufgeregten und guten Konzept" der Art Düsseldorf. "Man sieht hier andere Dinge als auf der Frieze oder in Miami, wo überall die gleichen Positionen sind." Obwohl er Kölner ist, sieht Zander auch die Art Cologne kritisch. Sie sei zuletzt nicht innovativ genug gewesen, habe sich "in die falsche Richtung entwickelt". 420 000 Euro kostet bei Zander ein abstraktes Bild des kalifornischen Künstlers John McLaughlin.

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Der Kölner Galerist Thomas Zander

 

12 000 Euro soll eine Bodenskulptur aus Markisen von Sonia Kacem bei der Züricher Galerie Gregor Staiger kosten. Die Installation von Klaus Fritze, eine über vier Meter hohe Holz-Hochsitz, unter dem Gläser mit Pflanzen stehen, kostet bei der Kölner Galerie Brigitte Schenk 35 000 Euro.

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Die Pariser Galerie Kamel Mennour bietet eine Arbeit von Anish Kapoor für 600.000 Euro an.

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Stand der Galerie Kamel Mennour mit Wandarbeit von Anish Kapoor

Die Düsseldorfer Galerie Beck und Eggeling hat 30 Figuren von Magdalena Abakanowicz für 1.200.000 Euro im Angebot.

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Die Düsseldorfer Galerie Linn Lühn bietet eine Wandskulptur von Florian Baudrexel für 20.000 Euro (plus Mehrwertsteuer), die Berliner Galerie Dittrich & Schlechtriem die Installation "House" von Dan Stockholm für 25.000 Euro und die König Galerie die Arbeit "Wald" von Andreas Schmitten für 46.000 Euro (plus Mehrwertsteuer) an.

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