Weltkunstschau

Bald ist Documenta in Kassel

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Die Hotels sind voll, das Programm steht, die ersten Kunstwerke sind schon zu sehen. Der künstlerische Leiter rät den Besucher: Man muss nicht alles sehen

Bis zur feierlichen Eröffnung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am kommenden Samstag dauert es noch, aber für Fachbesucher und Journalisten beginnt die Documenta an diesem Mittwoch. Die alle fünf Jahre stattfindende Kunstausstellung gilt als weltweit bedeutendste Schau für zeitgenössische Kunst. Mehr als 160 Künstler aus aller Welt zeigen Arbeiten bei der Documenta 14.

In Athen, das in diesem Jahr gleichberechtiger Standort ist, läuft die Documenta bereits seit April. Bis die Ausstellung am 17. September nach 163 Tagen endet, werden in beiden Orten bis zu eine Million Besucher erwartet - so viele wie nie zuvor. 25 000 Tickets wurden nach Angaben der Organisatoren für Kassel vorab verkauft, das Tagesticket kostet 22 Euro.

"Wir bitten die Besucher, sich Zeit zu nehmen, und die Erfahrung der Weite zu genießen, ohne sich zu verpflichten, alles zu sehen und zu erleben", sagte der künstlerische Leiter der Documenta 14, Adam Szymczyk, dem Monopol-Magazin. Die Documenta sei "kein Quiz mit 100 Fragen, die an einem Tag beantwortet werden müssen".

Die Ausstellung erstreckt sich in Kassel über rund 30 verschiedene Orte. 166 Begleiter, "Choristen" genannt, stehen bereit, um die Gäste durch die Stadt zu begleiten. Viele Kunstwerke im öffentlichen Raum sind schon fertig - und nicht zu übersehen: ein mit verbotenen Büchern behängter Tempel, ein 16 Meter hoher Obelisk, die mit Jute-Säcken verhängte Torwache und vieles mehr.

Gastronomie und Hotels bereiten sich auf den Ansturm vor: Auf einem Parkdeck und im Garten eines Schlosses sind neue Außengastronomie-Flächen entstanden. Die Hotels der Innenstadt sind so gut wie ausgebucht, die Preise für Zimmer laut der städtischen Marketinggesellschaft um 20 Prozent gestiegen.

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