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Bilder aus der Ringbahn

37 Kilometer Berlin

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Wie schön sich Berlin mit der Ringbahn entdecken lässt, zeigt eine Serie des französisch-italienischen Fotografenpaars Ama Split und Riky Kiwy

Fahrten in der Berliner S-Bahn sollen schon Iggy Pop zu seinem bekannten Song "The Passenger" inspiriert haben. Während der "Godfather of Punk" Ende der 70er-Jahre begeisterte Ausflüge mit der S-Bahn gemacht haben soll, verbringen die meisten Berliner besonders viel unfreiwillige Zeit in dem öffentlichen Verkehrsmittel. Vor allem zur Ringbahn pflegt der Hauptstädter eine besondere Beziehung. Wenn sie gerade mal nicht fürs Zuspätkommen verhasst wird, hat Deutschlands einzige Eisenbahnstrecke ohne Endstation übermüdigten Partygängern schon stundenlangen Unterschlupft geboten oder Literaten zu 24-stündigen Schreibmarathons angeregt. Auch das sogenannte "Ringbahnsaufen", bei dem man bei jeder Station aussteigt um in der nächstgelegenen Kneipe einen zu heben, erfreut sich großer Beliebtheit.

Das französisch-italienische Fotografenpaar Ama Split und Riky Kiwy hat der rund 37 Kilometer langen Bahnstrecke, die in der Form eines Hundekopfes das Zentrum Berlins umkreist, einen Bilderessay gewidmet. Die Fotografen sind sechs Wochen lang im Uhrzeigersinn von Ost nach West nach Ost gefahren und haben an jeder der 27 Stationen analoge Fotos gemacht, um die Atmosphäre der einzelnen Haltestellen einzufangen. Wer viel Ringbahn fährt, dem wird der Spree Imbiss am Treptower Park ebenso bekanntvorkommen wie die lustige Rentnergruppe beim Biertrinken in Halensee.

Unter dem Titel "Hundekopf" versammelt Hatje Cantz die Fotografien von Ama Split und Riky Kiwy jetzt als erstes Buch der neuen Pocket-Serie "Berlin Stories". Als Hommage an die Hauptstadt und deren Fotografen, versammelt die Reihe visuelle Essays über und aus der Metropole, von persönlichen Geschichten über klassische Street Photography bis zu Porträtserien.

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