Sirin
Wer sind Sie?
Ich bin Sirin aus Suwon, Südkorea. Ich bin Kunstliebhaber und Unternehmer und entwickle grade einen algorithmischen Kunst-Kurationsmotor, der unbewusste Emotionen und ästhetische Vorlieben von Nutzer:innen in klinische Daten für psychiatrische Diagnostik und Therapie übersetzt. Derzeit sichere ich Patente und medizinische Zulassungen für diese Plattform. Neben meinem Unternehmen arbeite ich auch als Model. Angetrieben von FOMO war ich ständig unterwegs, um alles mitzunehmen. Dank der Galerien, die mir halfen, mich auf der Biennale zurechtzufinden, entdeckte ich wunderschöne Werke von Georg Baselitz, Anish Kapoor, Matthew Wong, Michael Armitage, Lorna Simpson, Jenny Saville, Hernan Bas, Erwin Wurm und Amoako Boafo und anderen.
Was hat Ihnen besonders gefallen?
Georg Baselitz’ Ausstellung in der Fondazione Giorgio Cini. Das erste Mal, dass ich von einem Kunstwerk überwältigt wurde, war mit elf, als ich Picassos "Guernica" in Madrid sah. Später, als ich vor Klimts "Beethovenfries" in Wien stand, traf mich die Schönheit so überwältigend, dass ich beinahe den wahnsinnigen Wunsch verspürte, genau dort in dieser Perfektion zu sterben. Die Baselitz-Ausstellung löste genau dieses Stendhal-Syndrom aus. Als ich diesen massiven, in Gold getauchten Rahmen gegenüberstand, zusammen mit seinen letzten Zeichnungen und Gemälden, blieb ich in einem Zustand absoluter Ekstase zurück. Ich liebe die zarte Verletzlichkeit von Mstislaw Rostropowitschs Cello, und dass seine Musik in diesem Moment auf meinem Kopfhörer lief, machte die visuelle Erfahrung zu einer transzendenten.