Anika Meier

Athen Biennale

Überall nur noch fragmentierte Erzählungen

11/30/2018 - 17:35

Athen ist das neue Berlin, heißt es. Deshalb vielleicht erinnert die 6. Athen Biennale an die 9. Berlin Biennale. Warum sich der Besuch anfühlt wie zwei Tage Binge Watching, berichtet Monopol-Kolumnistin Anika Meier

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Anika Meier

Kunst in sozialen Medien

Da hängt ein Pferd an der Decke

11/28/2018 - 12:31

Im Kunstbetrieb reichen die Provokationen des italienischen Superstarkünstlers Maurizio Cattelan oft nur noch für ein müdes Schulterzucken. Auf Instagram sorgt sein totes Pferd an einer Museumsdecke für helle Aufregung. Was sagt das über die Wirkung von Kunst in sozialen Medien?  

Es passiert ja selten, dass ein Posting auf Instagram durch die Decke geht. Vor allem einem selbst nicht, also, mir zumindest nicht. Bisher jedenfalls nicht. Die Likes sammeln sonst die anderen ein, die schwangere Beyoncé beispielsweise, der verliebte Justin Bieber und die verliebte Heidi Klum. Happy Knutscherei vor Sonnenuntergangskitsch das ist schön, klar, da wird einem bei Heidi und Tom, bei Justin und Hailey ganz warm ums Herz. Das habe ich mit einem Posting gerade auch geschafft. Nur andersrum. Und schön war das auch nicht. 

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Anika Meier

Kunst nach den sozialen Medien

Was ist eigentlich aus der Post-Internet-Art geworden?

11/01/2018 - 17:31

Noch vor zwei Jahren war Post-Internet-Art eine angesagte Kunstbewegung. Und heute? Anika Meier macht sich auf die Suche

An Post-Internet-Art erinnern sich wahrscheinlich noch alle. Also an den Begriff, der eine Kunstrichtung meint, die uns trotz des Namens nicht erzählen möchte, dass es das Internet nicht mehr gibt. Ganz im Gegenteil, die Post-Internet-Art hat das Internet und seine Kultur ein- und wieder ausgeatmet. 

Als der Begriff noch heiß war, so heiß, dass zumindest Künstler nicht damit in Berührung kommen wollten, wurden eine Menge Texte geschrieben, die Post-Internet-Art erklärten. Was ist das? Was kann das? Wie fühlt sich das an? So ungefähr wie heute über Influencer berichtet wird. Was machen die? Warum tun die das? Wann hört das wieder auf?

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Anika Meier

Instagram-Account The Worst of the Worst

Der Banksy der Kunstkritik

10/29/2018 - 22:48

Der anonyme Instagram-Account The Worst of the Worst nörgelt an Kunstwerken, Künstlern und Ausstellungen rum – und verbreitet mit seiner übellaunigen Bildpolemik gute Laune. Wer steckt dahinter? Monopol-Kolumnistin Anika Meier ermittelt

Der Banksy der Kunstkritik. Zugegeben, das ist ein wenig übertrieben, vielleicht sogar sehr. Aber man wird ja wohl noch überschwänglich sein dürfen. So gut, wie ein Werk nach erfolgreicher Versteigerung bei Sotheby‘s noch an Ort und Stelle durch den Schredder zu jagen, ist die Idee allemal. Der überdrehte Vergleich zu Banksy beruht auf einer anderen Parallele, keine Sorge, dazu später. 

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Anika Meier

Martin Parr in Berlin

"Mein Job besteht darin, zu unterhalten"

10/02/2018 - 13:09

Der britische Fotograf Martin Parr war anlässlich des European Month of Photography für einen Artist Talk in Berlin. Auf der Bühne sprach er über Fotografie in Zeiten sozialer Medien, über digitalen Durchfall und darüber, warum viele schlechte Fotobücher und viel schlechte Fotografie nicht schaden

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Anika Meier

Gallery.Delivery

Wenn der Fahrradkurier eine Ausstellung liefert

09/24/2018 - 15:31

Während der Berlin Art Week präsentiert die Züricher Galerie Roehrs & Boetsch mit Gallery.Delivery eine per Fahrradkurier lieferbare Gruppenausstellung. Monopol-Kolumnistin Anika Meier hat die Ausstellung bestellt

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Anika Meier

Instagram-Projekt "Too Tired"

Zu müde für Selbstinszenierungen

08/31/2018 - 18:10

Auf Instagram grassiert bekanntlich der Selbstinszenierungswahn. Abstinenz von der Plattform ist eine Möglichkeit, Aktivismus eine andere. Das Projekt "Too Tired" will eine Anlaufstelle für Menschen sein, die Depressionen fotografisch verarbeiten

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Anika Meier

Debatte

#DieKanon

08/27/2018 - 16:30

Ein Bildungskanon der "Zeit" führt zu Diskussionen im Netz und zum so genannten #dieKanon, einem weiblich besetzten Kanon. Ein Kommentar

Die Vorgänge sind schnell zusammengefasst: Ein Mann entscheidet "Wir brauchen einen neuen Kanon". Den schreibt er dann auch gleich selbst und entscheidet außerdem, dass sein Kanon am besten mit ganz vielen Männern auskommt. Logisch, ganz viele Frauen sind da nicht bei ihm und den anderen Männern und erstellen in wenigen Tagen einen noch neueren, ausschließlich weiblich besetzten Kanon. Der Kanon von Thomas Kerstan ist in der "Zeit" Mitte August erschienen, #dieKanon von Sibylle Berg und zehn weiteren Frauen wenige Tage später auf "Spiegel Online" und "Watson".

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Anika Meier

Bilder und Klischees

Was die Fotografie heute noch taugt

08/05/2018 - 20:39

Die sozialen Medien bringen die Fotografie in eine Krise, wird oft behauptet. Dabei muss man sich nur in aktuellen Ausstellungen umsehen, um zu einem anderen Befund zu kommen

Auf meinem Notizzettel zu diesem Text steht in großen Buchstaben das Wort "PENIS", daneben der Name des Fotografen Juergen Teller. Man kann sich tatsächlich über diesen und jenen Penis wundern. Zum Beispiel über den von Lars Eidinger. Der Schauspieler darf wie ein kleiner Bub mit seinem Penis auf Instagram herumalbern, während sogar übervorsichtigste Fotos von Künstlerinnen, die ein bisschen Brust zeigen, wegen Anstößigkeit gelöscht werden. So eine Protzerei mit dem "Rohr" – der Witz ist nicht von mir, sondern von Bienchen387 oder so ähnlich – macht 6.170 Likes. 

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Anika Meier

Tom Galle, Meme-Künstler

"Das Internet erzeugt einen Großteil der Kultur"

07/26/2018 - 17:47

Tom Galle macht Memes für ein Kunstpublikum und Kunst für ein Memepublikum. Mit seiner Arbeit will er auch außerhalb der Galeriewelt neue Wege beschreiten

Tom Galle, Sie sind dafür bekannt, dass Sie Apple-Geräte scheinbar mutwillig zerstören oder überdreht einsetzen: MacBooks mit Selfie-Stick oder iPhone-Kartons als Sandalen. Wie reagieren Follower und Beobachter darauf?
Das ist mein Markenzeichen. Ich kritisiere selbstironisch das digitale Zeitalter. Humorvoll zeige ich, wie wir das Internet, soziale Medien und Technologie nutzen. Viele Menschen können sich mit den Gefühlen von Überforderung und Überaffirmation identifizieren. Es gibt eine interessante Dynamik zwischen der Überlastung durch Technologie und einer Zen-artigen Akzeptanz. 

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Anika Meier

Debatte

Kunstkritik und Museen in Zeiten sozialer Medien

06/29/2018 - 12:15

Social Media hat alles verändert. Bloß muss das noch in der Kunstwelt ankommen, denn Museen verkennen oft die Wichtigkeit von Twitter, Instagram und Facebook. Bei der Kunstkritik ist es komplizierter, aber auch hier gilt: Besser mitmachen!

Das Internet geht wieder weg. Im Basler Historischen Museum ist man sich da offenbar sehr sicher. Anders ist es nicht zu erklären, dass Anfang Juni gemeldet wurde, die Sache mit den "Tweeds" und irgendwas mit Blog werde fortan nicht weitergeführt. Zitiert wurde aus dem aktuellen Jahresbericht des Museums:

Die Effizienzanalyse der bisherigen Aktivitäten der Abteilung Kommunikation führte allerdings zu dem Entscheid, das Projekt "e-culture" mit Tweeds (sic!) und Blogbeiträgen 2018 nicht weiterzuführen. Die Auswertung der letzten Jahre hat nämlich gezeigt, dass es nicht gelungen ist, mit den sozialen Medien derart zielgruppenspezifisch zu kommunizieren, dass am Ende mehr Besucherinnen und Besucher an der Kasse oder auf unserer Webpage verzeichnet werden konnten.

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