Anika Meier

Instagram-Typologie

Sind wir nicht alle ein bisschen Influencer?

09/28/2017 - 13:22

Insta-Kurator, -Künstler, -Fotograf: Auf Instagram gibt es nicht nur die belächelten Insta-Girls, sondern noch allerhand andere Influencer. Eine Typologie

Zuerst war Instagram an sich doof, dann Selfies, jetzt sind es Influencer. Gut, Selfies sind immer noch wahnsinnig doof, liest man hier und da. Nur Influencer nerven allgemein offenbar noch mehr, anders ist die tägliche Flut an Texten zum Thema nicht zu erklären. Influencer, das sind Menschen, denen ziemlich viele andere Menschen auf einem oder mehreren Kanälen in den sozialen Medien folgen und die dadurch, so die Werbelandschaft, Einfluss ausüben. Man könnte auch sagen: Influencer sind Reklametafeln auf zwei Beinen. Sie werden von Unternehmen beauftragt, um beispielsweise heute diese und morgen jene Uhr in einem Posting auf – sagen wir – Instagram zu bewerben. Im besten Fall kaufen deren Follower dann heute diese und morgen jene Uhr. Ein schöner Gedanke.

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Anika Meier

Angst vor sozialen Medien

Kalendersprüche für Kulturpessimisten

08/18/2017 - 14:02

In dieser Woche schrieben Zeitungen den Tod der Fotografie durch  Digitalisierung herbei und mäkelten am Van-Gogh-Facebook-Event "#SunflowersLive" herum. Doch von sozialen Medien geht keine Gefahr für die Kunst aus – im Gegenteil! Ein Kommentar

Am Sommerloch kann es nicht liegen. Wenn einem nämlich gar nichts mehr einfällt, könnte man sich einfach noch einmal über die Documenta und die angebliche Unfähigkeit ihrer Kuratoren beschweren. Das geht schließlich nicht jedes Jahr. Umso erstaunlicher, dass gerade jetzt in der "NZZ" ein Text unter dem Titel "Das Ende einer Kunstgattung: Die Fotografie versinkt im Massengrab" erschienen ist. Eine Ansammlung von Kalendersprüchen für Kulturpessimisten.

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Anika Meier

Parodie auf soziale Medien

Cindy Sherman ist jetzt auf Instagram – na und?

08/07/2017 - 11:17

Cindy Sherman, Meisterin der Selbstinszenierung und eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der Welt, ist auf Instagram aktiv. Cool oder uncool?

Am 24. Mai hat der amerikanische Magnum-Fotograf Alec Soth ein Selfie-Video mit folgender Bildunterschrift geteilt: "Something about Twin Peaks being back on TV and Cindy Sherman being on Instagram --- @misterfriedas_mom @twinpeaks". Mir ist vor lauter Schreck fast das Smartphone aus der Hand gefallen.

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Anika Meier

Virtual-Reality-Ausstellung

"Es ist okay, geflasht zu sein"

07/28/2017 - 12:57

In virtuellen Welten herumzulaufen fühlt sich noch ein wenig an wie ein Computerspieleabend früher. Aber die Virtual-Reality-Ausstellung "Unreal" im NRW-Forum Düsseldorf lässt erahnen, wie anders die Kunstwelt für kommende Generationen aussehen wird

Eigentlich schaue ich mir Ausstellungen nur einmal an. Eine Ausnahme war vor einigen Jahren die Ausstellung von Gerhard Richter im Centre Pompidou. Damals lebte ich in Paris und es war schön, abends mit der Rolltreppe außen am Gebäude entlang ganz nach oben durch die Dunkelheit zu fahren, um dann fast ganz allein mit den Bildern von Richter im Museum zu sein. 

Gerade habe ich wieder mehrmals eine Ausstellung besucht, genau drei Mal. Nicht weil es einfach zu schön war, sondern weil ich mir nicht sicher war, wie "Unreal", eine Virtual Reality-Ausstellung, so der Untertitel, im NRW-Forum Düsseldorf überhaupt ist.

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Anika Meier

Starkult auf Instagram

Heiligenverehrung im 21. Jahrhundert

07/19/2017 - 11:24

Millionen Menschen himmeln Stars wie Ariana Grande, Kendall Jenner und Kim Kardashian an. Der Hamburger Künstler Chris Drange stellt Instagram-Selfies von Prominenten neben Fan-Kommentaren - und macht so Verehrungsmuster sichtbar

Seit über vier Jahren wohne ich in Hamburg und seit über vier Jahren gehe ich zu den Rundgängen der Hochschule für bildende Künste (HFBK). Die Kunst sieht jedes Jahr ein bisschen anders aus, mal ist sie besser, mal schlechter. Auf die Studenten ist auch immer Verlass. Es gibt welche, die sitzen schüchtern und verschämt in einem Raum mit ihrer Kunst, sie tippen gedankenverloren auf einem Smartphone herum oder schreiben andächtig in ein Notizbuch. Jedes Mal frage ich mich, was sie wohl aufschreiben, während sie dort sitzen und Menschen ihre Kunst angucken. Es muss sehr wichtig sein, wichtiger jedenfalls als die Menschen im Raum, denn sonst würden sie zumindest einmal den Kopf heben. Oder sogar ganz waghalsig das Gespräch über die eigene Kunst suchen.

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Anika Meier

"Reality Artist" Signe Pierce

"Ich bin Pop und ich bin Kunst"

07/01/2017 - 10:26

Gekleidet wie ein außerirdisches, ambiges Porno-Starlet ist Signe Pierce durch Vergnügnungsviertel gelaufen – und wurde beschimpft und angegriffen. Das Video dieser entlarvenden Performance wurde ein Youtube-Hit. Doch Internet-Ruhm reicht der 28-jährigen Amerikanerin nicht. Als "Reality Artist" will sie der Kunstwelt zeigen, was Performance Art in Zeiten von Instagram kann

Die amerikanische Künstlerin Signe Pierce hat vor ein paar Jahren mit ihrer Arbeit "American Reflexxx" einen Viralhit gelandet. So plump wie dieser Einstieg in den Text ist das knapp 15-minütige Video nicht, das mittlerweile auf YouTube über 1,6 Millionen Mal angesehen wurde. Mit ihrer damaligen Partnerin, der Filmregisseurin Alli Coates, ist Signe Pierce ins Stadtzentrum von Myrtle Beach, South Carolina, gefahren, um eine Stunde lang zu filmen, wie sie im Mini-Rock auf High Heels mit einer spiegelnden Maske vor dem Gesicht durch die Stadt läuft. Sie werden nicht glauben, was dann passiert ist.

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Anika Meier

Teju Coles erstes Fotobuch

FOMO beim Lesen

06/26/2017 - 11:38

Teju Cole schreibt als "New York Times"-Kolumnist geistreich und genau über Fotografie. Und er ist selbst Fotograf. Gerade ist sein erstes Fotobuch "Blind Spot" erschienen. Wer dem nigerianisch-amerikanische Schriftsteller auf Instagram folgt, hat beim Blättern und Lesen ganz sicher ein Déjà-vu-Erlebnis. Und kann sich Anregungen holen für die eigenen Bilder vom bevorstehenden Sommerurlaub

Es ist ja immer so eine Sache, was man selbst fotografiert, wenn sowieso alle fotografieren. Unangenehm wird es maximal im Urlaub, weil man zumindest Bilder als Erinnerungen mit nach Hause nehmen möchte, denn mehr bleibt einem nicht nach zehn Tagen Abhängen am Strand und Ablaufen der Sehenswürdigkeiten. In die Familien-WhatsApp-Gruppe, die schmerzfreie Zone, was Peinlichkeiten angeht, kann man hineinposten, was man möchte. Besonders Mama freut sich eh über alles, was von den Kindern kommt, auch über 20 Selfies mit dem Boyfriend vor diversen Sehenswürdigkeiten. Den Freunden auf Instagram kann man das nicht antun und sich selbst noch weniger.

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Anika Meier

Instagram und die Neue Übersichtlichkeit

Was ist bloß aus der Fotografie geworden?

06/01/2017 - 13:13

Auf Instagram ist alles auf die maximale Subjektivität hin ausgerichtet: mein Essen, meine Füße, mein Kaffee, meine Wohnung. Was bedeutet das für die Entwicklung der Fotografie?

Was ist bloß aus der Fotografie geworden? Das könnte man sich fragen, wenn man durch die Ausstellung "Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse" im Frankfurter Städel Museum läuft. Dort hängen auf zwei Stockwerke verteilt die Arbeiten der Struffkys, von Candida Höfer, Jörg Sasse, Axel Hütte, Tata Ronkholz und Petra Wunderlich, der ersten Studentengeneration der so genannten Becher-Klasse also. Ihre Lehrer Bernd und Hilla Becher fehlen natürlich nicht (ausführliche Review der Ausstellung in der Juni-Ausgabe von Monopol).

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Anika Meier

Handy-Fotografie

Instagram sollte ein bisschen mehr wie bei Wolfgang Tillmans sein

05/31/2017 - 12:06

Die Fotoplattform Instagram hat einen zweifelhaften Ruf. Wie man sie vorbildlich nutzt, zeigt der Künstler Wolfgang Tillmans

Was bei Fotografen ziemlich gut funktioniert: wenn sie etwas gegen Selfies oder Instagram sagen. Am besten ist natürlich, Selfies und Instagram in einem Satz zu bashen. Peter Lindbergh sagte kürzlich vor der Eröffnung einer Ausstellung: "Ich finde, Selfies sind eigentlich so ziemlich das Blödeste, was es überhaupt gibt." Daraus wurde eine Meldung der Deutschen Presse Agentur, in der außerdem stand, dass er es noch blöder findet, wie Frauen in Magazinen aussehen. Photoshop macht alle gleich glatt. Und Instagram alle gleich langweilig und berechenbar. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, machen mit oder machen uns über diejenigen lustig, die mitmachen. Im Zweifel predigen wir Entschleunigung und Digital Detox – ein Tag ohne Smartphone ist die persönliche Herausforderung im 21. Jahrhundert.

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Anika Meier

Digitale Kunstvermittlung

Was geht denn, Museen?

05/02/2017 - 15:38

Es ist 2017 - und die Museen sind immer noch weitgehend ratlos, was digitale Vermittlung angeht. Ein Kommentar

Was geht denn, Museen? Wir müssen reden. Nein, so dramatisch soll es dieses Mal nicht werden. Über das #bleistiftgate, wie ich die leicht hitzige Debatte um den Vortrag von Ralf Lankau auf der Hamburger Konferenz "Hallo, Vermittlung!?" jetzt einfach mal nenne, wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Aus einer großen Bühne muss nicht unbedingt eine noch größere Bühne werden.

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Anika Meier

Florafotos auf Instagram

Woher kommt die neue Liebe zu den Pflanzen?

05/02/2017 - 14:21

Auf Instagram ist es nicht mehr zu übersehen: Zimmerpflanzen sind hip, ganz vorn im Trend liegt die Monstera deliciosa. "Pflanzen sind etwas für sensible Nerds", sagt der Künstler Frederik Busch, der die Menschen mit seiner Serie "German Business Plants" für das Schicksal vernachlässigter Büropflanzen sensibilisieren möchte. Monopol-Bloggerin Anika Meier sucht noch nach ihrem grünen Daumen

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